Berufsbegleitende Studienmodelle: Online-Studium

E-Learning spielt eine immer größere Rolle in unserem Bildungssystem. Sowohl Präsenz- als auch Fernhochschulen haben das Online-Studium für sich entdeckt. Inzwischen werden Online-Kurse sogar kosten- und zulassungsfrei über verschiedene Plattformen angeboten. Dabei ist zu beachten, dass es zwischen den Angeboten deutliche Unterschiede gibt und nicht jedes Online-Studium der gängigen Definition eines akademischen Studiums entspricht. Wir haben einen Überblick und eine Auflistung der Online-Studiengänge.

Ein Online-Studium ist eine Form des Fernstudiums, ähnlich dem Blended Learning. Aber während beim Blended Learning auch noch durchaus ein größerer Teil der Studieninhalte im Präsenzstudium (z.B. als Abendstudium) unterrichtet wird, setzt ein Online-Studium fast nahtlos auf die Wissensvermittlung über Webinare, Lern-Videos und weitere digitale Unterlagen.

Es gibt aber nicht nur akademische Online-Studiengänge, sondern man kann sich über sogenannte MOOCS (Massive open online courses) auch Grundlagenwissen in vielen anderen Bereichen beibringen, vom Programmieren bis zur Sozialpsychologie. Nachfolgend haben wir zunächst alle Infos zu den akademischen Studienmöglichkeiten und weiter unten einen Exkurs über MOOCs zusammengestellt.

Alle Infos zum Online-Studium

Online-Studium: Grundlegende Infos

Ein Online-Studium findet abseits der Hochschule auf einem virtuellen Campus im Internet statt. Wie beim klassischen Fernstudium besteht auch dieses Modell hauptsächlich aus dem Selbststudium zuhause. Die Studierenden erarbeiten sich hierbei eigenständig die Studieninhalte mit den zur Verfügung gestellten Materialien.

Etwa 10-20 Prozent des Online-Studiums sind als Präsenzstudium angesetzt. Hierfür finden sich die Studierenden in den Studienzentren des Bildungsanbieters oder der Hochschule ein. Die Präsenzzeiten finden überwiegend am Ende eines Semesters statt, so dass in dieser Phase des Online-Studiums auch die Klausurphase integriert ist, die nicht, wie vielleicht vermutet, online stattfindet.

Achtung: Immer mehr Fernhochschulen entdecken den Begriff für sich und werben damit für ihr Fernstudium. Sie sollten aber genau darauf achten, welchen Anteil die Online-Module wirklich haben. Es kann sein, dass nur einige PDFs und Videos im Login-Bereich des Anbieters zu finden sind und die restlichen Materialien „oldschool“ kiloweise per Post zu Ihnen geschickt werden. Es kann aber bei einem richtigen Online-Studium auch komplett auf Studienhefte verzichtet und nur mit Hilfe digitaler Lernumgebungen gelehrt werden.

Beispiele:

  • An der WINGS erhält man zu jedem Modul ausführliche Online-Vorlesungen, die in einzelne Kapitel gegliedert sind. Um das in den Online-Vorlesungen erworbene Wissen sofort anwenden zu können, werden Ihnen nach Abschluss eines Kapitels Testfragen gestellt. Parallel erhalten Sie Fallstudien, die Sie entweder alleine oder innerhalb einer Gruppe lösen. Die Lösungen der Case Studies besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Tutor in den vorgesehenen Live-Videokonferenzen. Die Prüfungen finden in einem der Studienzentren statt.
  • Der Master BWL an der FH Kiel findet überwiegend online statt. Sie lernen digital in betreuten Studienmodulen auf einer Online-Lernplattform. Dazu kommen ab und zu Präsenzveranstaltungen am Wochenende, die aber freiwillig sind. Die Prüfungen legt man dann vor Ort an der FH ab.
  • Auch im Bachelor BWL an der IUBH Fernstudium gibt es außer den Prüfungen keine Pflichttermine. Die Studieninhalte werden z.B. mit Hilfe von Podcasts, Selbsttests und Video-Vorlesungen vermittelt.

Ist ein Online-Studium anerkannt?

Ja – solange Sie darauf achten, einen akkreditierten akademischen Abschluss zu erlangen. Wir hatten ja schon die MOOCs angesprochen (siehe auch weiter unten) – hier erhält man als Abschluss ein Hochschulzertifikat, das aber nicht ansatzweise mit einem Bachelor- oder Masterabschluss vergleichbar ist.

In unserem Artikel „Anerkennung des berufsbegleitenden Studiums“ haben wir sämtliche Infos zusammengestellt.

Voraussetzungen

Es gibt für ein Online-Studium logischerweise vor allem eine Voraussetzung: Einen schnellen Internetanschluss und einen halbwegs modernen Computer. Ein Tablet-PC kann praktisch sein, ist aber natürlich kein Muss.

Ansonsten gibt es keine Voraussetzungen, die für alle Anbieter gelten. Abitur oder Fachhochschulreife ist natürlich gut, aber viele Online-Studiengänge kann man auch ohne (Fach)Abi studieren. Dann sollte man allerdings meist eine abgeschlossene Ausbildung und/ oder mehrere Jahre Berufserfahrung und/oder eine Aufstiegsfortbildung mitbringen. Wir haben hier alle Infos zum Thema „berufsbegleitend studieren ohne Abitur“ zusammengestellt.

Was kann man online studieren?

Noch gibt es keine riesige Auswahl an Studiengängen. Die Konzeption solcher Angebote erfordert nämlich von den Hochschulen einen enormen Aufwand, um z.B. sämtliche Vorlesungen als Videos zu produzieren und die Lernmaterialien didaktisch aufzubereiten und anzupassen. Allerdings wird das Online-Studium in den kommenden Jahren sicherlich das klassische Fernstudium weitestgehend ersetzen.

Wo finde ich seriöse Anbieter?

Hier bei uns. In unserer Hochschulübersicht listen wir nur anerkannte Hochschulen und Weiterbildungsinstitute auf. Allerdings sind die unterschiedlichsten Abschlüsse vertreten – achten Sie also auf den passenden Studienabschluss für Ihr Online-Studium.

Exkurs: MOOCS (Massive open online courses)

Massive open online courses sind Plattformen, die (meist) kostenlose Online-Seminare anbieten. Hier kann jeder studieren, unabhängig von Schulabschluss, NC oder Vorkenntnissen. Sie möchten Suchmaschinen programmieren oder Profi in Statistik werden? Sie haben aber weder Abitur noch verfügen Sie über Grundlagenwissen in Ihrem Wunschfach? Mit MOOC kein Problem mehr!

MOOCs sind so konzipiert, dass jeder sich hier kostenlos auf einer der vielen Anbieter-Plattformen anmelden kann und dann seinen Wunschkurs belegt. Jedes Seminar besteht aus einer bestimmten Anzahl von Kurseinheiten in Videoform. Jeder Teilnehmer kann sich jedes Video so oft anschauen wie er oder sie möchte. Viele Einheiten sind mit Fragen gespickt, die der Teilnehmer mit richtig oder falsch beantworten muss. So fühlt man sich direkt angesprochen und kann direkt prüfen, ob man den Stoff verstanden hat oder nicht. Johannes Thur, ehemaliger Professor der Stanford-University und Gründer der MOOC-Plattform Udacity, baut seine Online-Seminare beispielsweise so auf, dass man bei einer falschen Antwort sofort erklärt bekommt, worin der Fehler lag bzw. wie die Lösung erreicht wird, bevor mit dem Stoff weiter fortgefahren wird.

Die Mooc-Plattform Coursera, aktuell Marktführer mit über 3,5 Millionen Nutzern, kooperiert inzwischen mit zahlreichen Universitäten rund um den Erdball. Darunter auch die Ludwig-Maximilians-Universität in München. Auch hier sind das Registrieren und die Teilnahme an vielen Kursen kostenfrei.

Eine Weiterentwicklung der kostenfreien MOOCs sind die bei den hier genannten Anbietern kostenpflichtigen Varianten des MOOC Online-Studiums. Udacity bietet zum Beispiel einen kompletten Masterstudiengang „Computer Science“ in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen George Institute of Technology an.

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