Studie: Was denken Unternehmensverantwortliche über ein berufsbegleitendes Studium?

Interessenten eines berufsbegleitenden Studiums sind sich oft nicht sicher, ob ihr nebenberufliches Studium von Personalverantwortlichen auch anerkannt wird. Bei der Wahl des Studiums stellen sie sich vielfach die Frage, ob der Abschluss eines berufsbegleitenden Studiums dieselbe Anerkennung auf dem Arbeitsmarkt erfährt wie ein Vollzeitstudium. Wir wollten es genauer wissen und haben mit der Hochschule Fresenius eine Studie durchgeführt.

Fragen nach der Anerkennung eines nebenberuflichen Studiums sind in zahlreichen Online-Foren zu finden, auch bei uns treffen per Mail oft entsprechende Anfragen ein. Um den zahlreichen Studieninteressenten eine fundierte Antwort geben zu können, haben wir daher in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius untersucht, ob berufsbegleitende Studien dieselbe Anerkennung bei Arbeitgebern erhalten wie das klassische Vollzeitstudium.

Erkenntnis 1: Keine Benachteiligung gegenüber Vollzeitstudierenden

Personalabteilungen machen keine Unterschiede zwischen den Absolventen von berufsbegleitenden Studiengängen und einem Vollzeitstudium. Im Gegenteil: Bewerbern mit abgeschlossenem berufsbegleitendem Studium werden dank hoher Praxiserfahrung und Vorsprung durch das Training verschiedener Soft Skills sogar bessere Chancen bei der Jobsuche zugeschrieben.

Abschluss von berufsbegleitenden Studiengängen voll anerkannt

68 Prozent der befragten Unternehmen machen bei der Einstellung keinen Unterschied zwischen Absolventen eines berufsbegleitenden Studiums und Absolventen eines Vollzeitstudiums. Im Gegenteil, wenn doch ein Unterschied gemacht wird, geht die Tendenz mit gut 17 Prozent zu einem Bewerber mit abgeschlossenem berufsbegleitendem Studium. Ein Absolvent mit Vollzeitstudium würde in diesem Fall nur zu 4 Prozent bevorzugt. Nahezu die Hälfte der Befragten bewertet ein berufsbegleitendes Studium als gute Alternative zum Vollzeitstudium und 15 Prozent wiederum sehen diese Form des Studiums als eine zukunftsgerichtete Variante des Studierens.

Erkenntnis 2: Vorteile dank Praxiserfahrung

Hoch im Kurs steht bei Personalverantwortlichen die Praxiserfahrung. 62 Prozent der Befragten gaben an, dass praktische Erfahrung ein unverzichtbares Kriterium bei der Einstellung eines neuen Arbeitnehmers ist. Je mehr praktische Erfahrung ein Bewerber im gewünschten Sektor vorweisen kann, desto attraktiver wird er für ein Unternehmen.

Unterstützend hierzu steht, dass 50 Prozent der befragten Unternehmen ein berufsbegleitendes Studium als stark praxisorientiert bewerten. Nach Aussagen der Unternehmen besitzen Absolventen von berufsbegleitenden Studiengängen im Vergleich zu Absolventen eines Vollzeitstudiums ein wesentlich höheres Maß an praktischer Erfahrung – und werden somit für künftige Arbeitgeber wesentlich interessanter.

Erkenntnis 3: Soft Skills machen den Unterschied

Neben praktischer Erfahrung können sich Bewerber mit Abschluss eines berufsbegleitenden Studiums auch hinsichtlich ihrer Soft Skills einen Vorsprung sichern. Durch den steten Praxisbezug werden Soft Skills stärker gefördert und gefordert.

Höhere Leistungsbereitschaft, eigenverantwortliches und selbstständiges Arbeiten, unternehmerisches Denken und Handeln, Flexibilität, Zeitmanagement sowie Disziplin werden eindeutig Absolventen eines berufsbegleitenden Studiums zugeschrieben. Zudem kommt hinzu, dass Absolventen eines Teilzeitstudiums als offen für neue Impulse und Ideen gelten. Dies stellt die ideale Voraussetzung für neue Aufgaben und berufliche Herausforderung dar. Dank der gegebenen Voraussetzungen sind Unternehmen geneigt, schneller eine Beförderung in Betracht zu ziehen.

Das Resultat der Untersuchung zeigt, dass es bisweilen ein Irrglaube war, dass das berufsbegleitende Studium gegenüber dem Vollzeitstudium von Unternehmen schlechter beurteilt wird. Unternehmen sehen das berufsbegleitende Studium als gleichwertige Alternative zum Präsenzstudium. Im direkten Vergleich zum Vollzeitstudium überzeugt das Teilzeitstudium durch seinen praxisnahen Charakter. Studenten haben nach Abschluss ihres Studiums keinerlei Nachteile auf dem Arbeitsmarkt. Entscheidend sind sowohl fachliche als auch persönliche Qualitäten des Bewerbers, wobei sich Absolventen eines berufsbegleitenden Studiums durch Praxiserfahrung und ausgeprägte Soft Skills einen Vorsprung gegenüber ihren Konkurrenten sichern können.

Erläuterungen zur Studie:
Im Auftrag von www.Studieren-Berufsbegleitend.de haben Studierende der Hochschule Fresenius im Zeitraum September 2012 bis Januar 2013 einen Online-Fragebogen entwickelt, rund 1.690 zufällig ausgewählte Unternehmen verschiedener Branchen und Größen befragt und die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet. Zu dem Studierendenteam zählen Katharina Budik, Christine Cremerius, Chantal Lipp, Sebastian Lorenz, Kathrin Teichmann und Patrizia Thamm. Wissenschaftlich begleitet wurde die Studie von Barbara Lier, Leiterin der Wissenschaftlichen Mitarbeiter, sowie Timo Förster, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Fresenius.

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