Präsenzstudium oder Fernstudium: Ein Überblick

Ein nebenberufliches Studium kann man grob gesagt in zwei Formen unterteilen: Berufsbegleitendes Präsenzstudium und Fernstudium. Beide Studienformen haben Vor- und Nachteile und weisen zudem ihre ganz eigenen Besonderheiten aus. Sowohl beim Präsenzstudium als auch im Fernstudium gibt es außerdem noch spezifische Unterkategorien. Wir stellen Ihnen hier alle Studienmodelle im Überblick vor!

Meist wird das Wort "Fernstudium" als Synonym für ein berufsbegleitendes Studium benutzt. Dies ist allerdings nicht ganz richtig, denn neben einem Studium aus der Ferne gibt es auch die Möglichkeit, ein nebenberufliches Studium mit vielen Präsenzanteilen zu belegen, z.B. als Abendstudium. In den vergangenen Jahren kamen zu diesen beiden recht bekannten Begriffen noch weitere hinzu. Wer ein Präsenzstudium absolvieren will, hat daher mittlerweile die Wahl zwischen einem Abend-, Wochenend- oder Teilzeitstudium. Und das Fernstudium konkurriert mit dem Online-Studium.

All diese Studienmodelle haben gemeinsam, dass sie Ihnen einen akademischen Studienabschluss neben dem Beruf ermöglichen. Dennoch gibt es bei den unterschiedlichen Varianten des berufsbegleitenden Studiums auch viele Unterschiede, so dass nicht jedes Modell für Ihre Lebenssituation geeignet ist und zu Ihnen als Mensch passt. Finden Sie hier das passende berufsbegleitende Studienmodell für Sie!

Zuerst können Sie aber auch direkt einen Blick in unsere Datenbank werfen und dort schon auf die Suche nach einer geeigneten Hochschule gehen:

Präsenz- vs. Fernstudium: Unterschiede

Berufsbegleitendes Präsenzstudium

Wie der Name es schon verrät, muss man für berufsbegleitende Präsenzstudiengänge an der Hochschule bzw. Akademie präsent und somit im Unterricht anwesend sein. Das bedeutet, dass ein überwiegender Teil der Lehrinhalte über Vorlesungen oder dialogische Seminare vermittelt wird. Trotz der Präsenzanteile gibt es, je nach Studiengang oder Anbieter, teilweise auch einen geringeren Anteil von Selbstlernphasen. Es werden also nicht unbedingt 100% der Studieninhalte persönlich vermittelt.

Unterschieden werden bei einem berufsbegleitenden Präsenzstudium fünf Modelle:

Das Abendstudium

Der Name ist bei den meisten Abendstudiengängen eigentlich nicht ganz richtig. Denn meistens sind Abendstudiengänge eine Kombination aus Lehrveranstaltungen in der Woche (abends) und am Wochenende (tagsüber).

Ein typischer Studienalltag im Abendstudium sieht z.B. so aus:
Dienstags und donnerstags besucht man nach der Arbeit von 18:00 – 21:00 Uhr die Vorlesungen. Dazu kommen Veranstaltungen am Wochenende, zum Beispiel samstags von 10:00 – 16:00 Uhr. Die Klausuren sind überwiegend in schriftlicher Form und abends bzw. am Wochenende in der Hochschule zu schreiben. Dabei kann die Klausur eines Seminars auch schon mal unmittelbar nach Abschluss der jeweiligen Unterrichtseinheit erfolgen, so dass die Belastung zum Semesterende hin vermindert wird. Dazu kommen Hausarbeiten und Referate, die in der freien Zeit vorzubereiten sind.

Abendstudium

Das Wochenendstudium

Das Wochenendstudium unterscheidet sich nur in geringem Maße von Abendstudium. Es kann aber durchaus sein, dass die Lehrveranstaltungen von Freitag bis Sonntag ganztägig stattfinden. Dann brauchen Sie entweder an dem jeweiligen Freitag Urlaub oder einen Arbeitgeber, der Ihnen passende Freiräume zur Weiterbildung einräumt.

Bei einem Wochenendstudium sind Sie auch nicht so sehr auf die Nähe zu Ihrem Arbeits- oder Wohnort angewiesen, da die Blockveranstaltungen meist nur 1x im Monat oder sogar nur alle zwei Monate stattfinden und sich dementsprechend auch größere Entfernungen einrichten lassen (z.B. durch Buchung eines Hotels vor Ort).

Wochendstudium

Das Teilzeitstudium

Ein Teilzeitstudium wird vor allem an staatlichen Universitäten und Fachhochschulen angeboten. In manchen Bundesländern wurde die Einführung dieser gegenüber einem "normalen Vollzeitstudium" flexibleren Studienmodelle sogar per Hochschulgesetz forciert.

Wer in Teilzeit studieren möchte, braucht a) eine Hochschule, die ihr Studienangebot entsprechend ausgerichtet hat und b) einen Grund, warum man auf diese Weise studieren möchte. Das kann aber nicht nur eine Berufstätigkeit, sondern auch die Pflege von Angehörigen oder das Erziehen eines Kindes sein.

Bei einem Teilzeitstudium wird dann auf Antrag die vorgesehene Studiendauer auf das Doppelte verlängert, so dass man dementsprechend nur noch die Hälfte der Vorlesungen besuchen muss. Der Vorteil dieser Variante: Es steht oft nahezu das gesamte Spektrum an Studiengängen einer Uni oder FH zur Verfügung.

Aber Achtung: Man besucht die normalen Vorlesungen der Vollzeitstudierenden und diese liegen meistens vor- und/oder nachmittags.

Teilzeitstudium

Das Blockstudium

Es gibt auch berufsbegleitende Studiengänge, bei denen der Unterricht immer eine ganze Woche ganztägig stattfindet. Die Vorlesungen werden also kompakt in Blöcken vermittelt, meist 2 - 4 Mal pro Semester. Für dieses Modell ist wichtig zu wissen, ob Sie genug Urlaubstage haben oder Unterstützung vom Arbeitgeber erhalten.

Blockstudium

Fernstudium

Während früher die Inhalte im berufsbegleitenden Studium fast ausschließlich durch dicke Lehrbücher und umfangreiche Studienhefte vermittelt wurden, ergeben sich durch die Digitalisierung mittlerweile auch für den Bildungssektor ganz neue Möglichkeiten. So basiert das Fernstudium immer stärker auf der Vermittlung mit Hilfe eines Online-Studiums. Aus diesem Grund bleibt das Fernstudium zeitlich flexibel und ortsunabhängig und Sie können ganz individuell Ihr berufsbegleitendes Studium ausüben. Aus diesem Grund ergeben sich auch im Fernstudium verschiedene Studienmodelle:

Das klassische Fernstudium

Beim Studium an einer Fernhochschule erhält man die Lernunterlagen sowie zum Teil auch Prüfungen gedruckt per Post. Die AKAD University formuliert es beispielsweise so: "Alles (...) wird Ihnen in regelmäßigen Abständen zugesandt. Das Studienmaterial ist so konzipiert, dass Sie Ihre Unterlagen unterwegs mitnehmen können."

Generell wird ein Fernstudium meist zu Hause im Selbststudium absolviert. Der Studierende entscheidet dabei eigenständig, wann welche Lektionen gelernt werden. Somit ist durch das räumlich ungebundene Lernen eine sehr flexible Zeiteinteilung möglich. Manchmal gibt es allerdings, je nach Aufbau des Studiums, auch Präsenztermine an der jeweiligen Einrichtung bzw. dem dazugehörigen Studienzentrum. Sie dienen der Kontrolle des Lernfortschritts (= Ablegen von Prüfungen) und auch dem direkten Kontakt mit Tutoren und Mitstudenten.

Fernstudium

Das Online-Studium

Ein Online-Studium ist grob umrissen ein Fernstudium, welches auf die gedruckten Unterlagen komplett verzichtet. Man erhält als Studierender einen Zugang zum Online-Campus und findet dort alle Lernmaterialien vor. Neben den schriftlichen Materialien gibt es Unterstützung durch Webinare (quasi Vorlesungen via Webcam), Lern-Videos oder aufgezeichnete Vorlesungen.

Da auch die traditionellen Fernhochschulen schon einen Teil der Lehrinhalte über Online-Plattformen abwickeln, wird ein Online-Studium in den nächsten Jahren sicherlich das klassische Fernstudium ablösen.

Online-Studium

Blended Learning

Unter diesem Begriff werden berufsbegleitende Studiengänge geführt, die auf eine Kombination aus Fern- und Präsenzstudium setzen. Die Vorlesungen an der Hochschule oder Akademie werden online mit Hilfe von Videos und Lernunterlagen vor- und nachbereitet. Viele berufsbegleitende Studiengänge, die in den letzten Jahren neu konzipiert wurden, setzen auf solch ein Modell. Ob der Präsenz- oder Fernstudienanteil überwiegt, liegt in der Programmgestaltung seitens der Hochschule.

Blended Learning

Für wen eignet sich welche Studienform?

Um das richtige Modell zu finden, sollte man sich verschiedene Fragen ehrlich beantworten:

  • Kann ich alleine aus Büchern oder digitalen Unterlagen lernen oder bin ich jemand, der besser im Dialog mit anderen lernt?
  • Ist es mir möglich, jede Woche bzw. alle x Wochen an einem bestimmten Ort zu sein oder bin ich z.B. beruflich oft zu diesen Zeiten unterwegs?
  • Gibt es in meiner Umgebung überhaupt berufsbegleitende Präsenzstudiengänge, die mich interessieren?

Egal, welche Variante man bevorzugt, die meisten berufsbegleitenden Studienangebote dauern drei bis sechs Jahre (je nachdem, ob ein Diplom-, Bachelor-, Master- oder MBA-Studium absolviert wird).

Ob man nun eher der Typ ist, der sich dadurch motivieren lässt, dass er zur persönlichen Präsenz und einem geregelten Lernablauf sanft gezwungen wird oder am liebsten frei von Ort und Zeit berufsbegleitend aus Unterlagen lernt, muss jeder ehrlich für sich selbst entscheiden.

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