Was kostet ein berufsbegleitendes Studium? Ein Überblick über Preise & Ausgaben

Wer berufsbegleitend studiert, hat den Vorteil, weiterhin Einkommen zu beziehen. Dennoch kann bzw. will sich nicht jeder Studieninteressent jedes nebenberufliche Studium leisten. Die Kosten sind ein nicht unerheblicher Faktor in der persönlichen Budgetplanung und die Preise der Bildungseinrichtungen können sich stark unterscheiden. Nachfolgend haben wir umfangreiche Infos zu den anfallenden Kosten für ein Fernstudium, Abendstudium etc. aufgeführt.

Die Preise für ein berufsbegleitendes Studium variieren in zahlreichen Bestandteilen. An manchen Hochschulen bezahlt man nur für das tatsächlich angeforderte Studienmaterial, bei anderen fallen pauschale Monatsbeiträge an. Unbedingt einplanen sollte man auch weitere anfallende Kosten. Dazu zählen z.B. weitere Gebühren, Reisekosten oder Lehrmaterialien. Oder auch die Verlängerung der Studienzeit, wenn man doch nicht alles wie geplant in den vorgesehenen Semestern schafft.

Was man bei der Kostenkalkulation bedenken sollte: Man kann die Ausgaben nahezu komplett von der Steuer absetzen. Das hilft natürlich noch nicht direkt in dem Moment, in dem man die Studiengebühren überweisen muss, aber macht das Studium dann hinten raus bis zur Hälfte günstiger.

Das kann ein berufsbegleitendes Studium kosten

Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Wenn Sie ganz konkrete Zahlen erwarten, müssen wir Sie leider enttäuschen, denn es gibt zahlreiche Variablen, die die Kosten für ein berufsbegleitendes Studium beeinflussen. Damit Sie aber eine Kalkulationsgrundlage haben bzw. wissen, worauf Sie bei der Kostenplanung achten sollten, haben wir einen Überblick erstellt. 

  • Studiengebühren

    Eine feste Größe sind die Studiengebühren, die monatlich oder pro Semester anfallen. Deren Höhe kann beträchtlich schwanken, abhängig von der jeweiligen Hochschule, dem angestrebten Abschluss und der Studienart. So kann es durchaus einen Unterschied machen, ob das berufsbegleitende Studium z.B. als Fernstudium oder Online-Studium ohne Präsenzphasen auskommt oder ob man ein Abendstudium mit regelmäßigen Vorlesungen besucht.

    Die Gebühren für das gesamte nebenberufliche Studium können wenige Hundert bis zu mehreren Tausend Euro pro Jahr betragen. Manche Anbieter führen die Kosten übersichtlich zusammen mit den Studien oder Kursinformationen auf, bei anderen muss man sich erst anmelden bzw. einloggen, um diese Informationen zu erhalten. In vielen Fällen gibt es auch eine (kostenfreie) Beratungshotline, die Sie für Anfragen nutzen sollten.

    Ein grafischer Überblick:

    Prinzipiell gilt: Ein berufsbegleitendes Studium an einer staatlichen Einrichtung kostet weniger als das Pendant an einer privaten (Fern-)Hochschule. Allerdings kann dafür auch die Qualität der Lehrunterlagen und Betreuung variieren. Man sollte sich also unbedingt vom beidem ein Bild machen.

  • Zusätzliche Gebühren

    Die Studiengebühren umfassen in der Regel auch die Lehrmaterialien und deren Versand, die Korrektur der eingesendeten Aufgaben sowie die Kursbetreuung, oftmals auch einige Zusatzangebote. Doch auch bei als „Komplettpaket“ umworbenen Leistungen können noch weitere Gebühren hinzukommen. Sehen Sie sich Infomaterialien und Vertragsvordrucke genau an: Folgenreich kann z. B. auch die Frage sein, ob man das Fernstudium bei Bedarf abbrechen kann oder sich vertraglich verpflichtet, in jedem Fall die komplette Kursgebühr zu bezahlen.

    Ganz klassische zusätzliche Kosten sind Immatrikulations- und Prüfungsgebühren. Diese gibt es an zahlreichen Hochschulen.

    Beispiele:

    • Die FOM Hochschule berechnet im Abendstudium-Bachelor eine einmalige Prüfungsgebühr von 300 Euro zum Ende des Studiums. Für den MBA werden 1.580 Euro als einmalige Immatrikulationsgebühr und 350 Euro einmalige Prüfungsgebühr fällig.
    • An der Mediadesign Hochschule gibt es eine einmalige Immatrikulationsgebühr in Höhe von 590 Euro sowie eine Bachelor-Prüfungsgebühr von 1.050 Euro.
    • Die HFH Hamburger Fernhochschule nimmt im Fernstudium ebenfalls eine Prüfungsgebühr (490 Euro)
    • An der Diploma Hochschule gibt es eine einmalige Prüfungsgebühr von 615 Euro.
    • Am Institut für Kulturmanagement zahlt man beim Fernstudium je in Anspruch genommene Präsenzveranstaltung 195 Euro.

    Manchmal bieten Fernhochschulen auch zusätzliche Präsenzkurse, z.B. Mathe-Tutorien an. Hierfür werden natürlich zusätzliche Ausgaben fällig.

    Das sind alles keine unseriösen Kosten und nahezu alle Anbieter stellen diese auch transparent dar, aber es können halt durchaus vierstellige Beträge fällig werden, von denen man gerne vor Studienbeginn wissen möchte. Wer da nur schnell den Punkt „Studiengebühren“ überfliegt, übersieht evtl. etwas.

  • Reisekosten

    Bedenken Sie bei der Kostenplanung für Ihr berufsbegleitendes Studium auch, dass Sie sicherlich öfters zu Studienzentren reisen müssen. Am geringsten sind die Reisekosten sicherlich bei einem Abendstudium, da dieses in Ihrer Nähe liegt und sie sozusagen kurz hin- und nach dem Unterricht nach Hause fahren. Bei einem Wochenend- oder Blockstudium kann es hingegen durchaus sein, dass der Studienort etwas weiter entfernt liegt und Sie daher Ausgaben für Benzin, Unterkunft und Verpflegung einkalkulieren sollten. Auch bei einem Fernstudium ist es möglich, dass das Studienzentrum für die Präsenzphasen nicht in akzeptabler Reichweite liegt.

    In manchen berufsbegleitenden Studiengängen, vor allem im MBA, kann sogar ein Auslandsaufenthalt integriert sein. Die Kosten für Flug und Unterkunft sind dann nicht in den normalen Studiengebühren enthalten und das macht dann ganz schnell mehrere tausend Euro aus.

  • Lernmaterial

    Einen geringen Teil der Kosten für ein berufsbegleitendes Studium machen die zusätzlichen Lernmaterialien (Bücher, Stifte, Taschenrechner, etc.) aus. Denken Sie auch daran, dass Sie einen halbwegs modernen Computer und einen Drucker mit günstigen Patronen benötigen.

  • Sozialgebühren/ Semesterbeitrag

    Ein ebenfalls sehr niedriger Kostenfaktor sind Sozialgebühren bzw. Semesterbeiträge, die von einigen Anbietern verlangt werden. Es gibt sie eigentlich nur bei Hochschulen, die auch klassische Vollzeitstudiengänge anbieten, denn der Sozialbeitrag wird vor allem für den AStA (studentische Interessensvertretung), das Studentenwerk (z.B. günstiges Mensaessen) und das ÖPNV-Ticket verwendet. An Fernhochschulen fallen solche Einrichtungen und daher auch die Ausgaben weg.

    Beispiele:

  • Verlängerung des Studiums

    Was passiert eigentlich, wenn Sie nicht in der Regelstudienzeit fertig werden? Auch diese Frage sollten Sie sich vor Aufnahme eines nebenberuflichen Studiums stellen, denn sonst kann es schnell teuer werden. Viele Fernhochschulen bieten mittlerweile die Möglichkeit, zum Beispiel die Hälfte der Regelstudienzeit noch kostenlos dranzuhängen. Das ist aber eben nicht bei jedem Anbieter der Fall. Bei berufsbegleitenden Präsenzstudiengängen (Abendstudium, Wochenendstudium) wird man sehr wahrscheinlich jedes Semester weiter die vollen Studiengebühren zahlen.

    Beispiele:

    • TU Kaiserslautern: Ab dem dritten Semester über die Regelstudienzeit hinaus wird ein reduziertes Entgelt in Höhe von 30 Prozent des Semesterentgelts festgesetzt.
    • Die IUBH bietet zwischen 12 und 36 Monate kostenfreies Weiterstudieren an.
    • Auch an der SRH Fernhochschule Riedlingen ist eine Verlängerung des Fernstudiums ohne Mehrkosten möglich.

Spartipp: Kostenlose Extras nutzen

Wenn Sie noch nicht sicher sind, ob das Bildungsangebot zu Ihren Zielen passt oder ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, können Sie sich auch erst einmal für ein Schnupperstudium entscheiden. Viele Institute, Fernhochschulen & Co. bieten Gratis-Infopakete mit Probelektionen oder ein vierwöchiges Probestudium an.

Auch nach der Einschreibung winkt manches Bonbon: Manche Bildungseinrichtungen stellen ihren Studierenden z. B. kostenlos interaktive Lernsoftware zu ergänzenden Themen zur Verfügung. Dabei handelt es sich um keine Pflicht-Module, sondern Zusatzangebote, die z. B. das Erwerben von Soft Skills unterstützen sollen – etwa Gesprächs- und Verhandlungsführung. Solche Möglichkeiten sollte man nicht verschenken, bzw. es lohnt sich zu vergleichen, denn bei anderen Anbietern könnten diese Angebote kostenpflichtig sein.

Finanzierungsmöglichkeiten nutzen

Mitunter kostet ein berufsbegleitendes Studium so viel wie ein Kleinwagen. Auf der anderen Seite gibt es viele Möglichkeiten der Finanzierung bzw. Unterstützung. Für Präsenzphasen kann z. B. mitunter Bildungsurlaub beantragt werden ‒ mehr dazu in diesem Beitrag. Außerdem gibt es weitere Finanzierungsmöglichkeiten durch den Arbeitgeber, Stipendien, Studienkredite usw. Wir haben einen ausführlichen Artikel zum Thema „Finanzierung des berufsbegleitenden Studiums“ erstellt.

Infos in Videoform

Vom Fernstudium-Experten Markus Jung gibt es auch ein Video mit Infos zu diesem Thema. Es ist nicht unbedingt das „spritzigste“ Video, enthält aber seriöse und ausführliche Infos:

War dieser Text hilfreich für Sie?

4,00 /5 (Abstimmungen: 27)

Weiterempfehlen

Wenn Ihnen unser Angebot gefällt, freuen wir uns über eine Empfehlung!

Schließen

Alle Fachbereiche auf einen Blick finden Sie unter: www.das-richtige-studieren.de

Schließen

Alle Fachbereiche auf einen Blick finden Sie unter: www.das-richtige-studieren.de