Ein Fernstudium kann man auch in Vollzeit absolvieren

Viele Menschen entscheiden sich für ein berufsbegleitendes (Fern)Studium, eben weil sie berufstätig sind und ihren Job nicht aufgeben, sich aber trotzdem weiterbilden möchten. Aber wussten Sie, dass man ein Fernstudium auch als Vollzeitstudium, und eben nicht nur neben dem Beruf, absolvieren kann?

Die Frage, ob das Fernstudium in Voll- oder Teilzeit durchgeführt werden sollte, erübrigt sich, wenn man weiterhin berufstätig sein möchte: Das Vollzeitstudium an einer Fernhochschule ist hinsichtlich des Aufwands mit dem Studium an einer Präsenzhochschule vergleichbar. Die durchschnittliche Wochenstudienzeit von 40 Stunden lässt sich entsprechend kaum mit einer regulären Arbeitswoche vereinbaren. Da bleibt wenig Zeit für (Neben-)Jobs und manch ein Wochenende muss investiert werden.

Das Vollzeitformat ist daher, ebenso wie ein “normales” Präsenzstudium, nur für Studieninteressierte geeignet, die das Fernstudium hauptberuflich durchführen möchten bzw. entsprechende zeitliche Schwerpunkte setzen können.

Nicht jede Fernhochschule bietet ein Vollzeitstudium an

Wer ein solches Studienmodell absolvieren möchte, sollte schon direkt bei der Recherche darauf achten, ob die jeweilige Hochschule/ Akademie diese Möglichkeit überhaupt anbietet. Es gibt sie z.B. bei der IUBH Hochschule. Hier kann man eine Studienzeit zwischen 36, 48 oder 72 Monaten wählen, je nach zeitlichen Kapazitäten. Die monatliche Gebühr wird dann entsprechend angepasst. Die Fernuniversität Hagen listet zu den Studiengängen auch jeweils Teil- und Vollzeitpläne auf. So nimmt das Masterstudium Volkswirtschaftslehre in Vollzeit vier Semester in Anspruch, während die Teilzeitvariante sechs Semester dauert.

Prinzipiell wird es an vielen Fernhochschulen möglich sein, dass Studium schneller als in der angegebenen Regelstudienzeit zu absolvieren. Fragen Sie einfach bei der Studienberatung nach, dort wird Ihnen weitergeholfen. Die privaten Anbieter werden sicherlich flexibler sein als die staatlichen Hochschulen.

Eins sollte man aber wissen: Die Studiengebühren werden durch schnelleres Studieren nicht weniger. Aber man hat die Doppelbelastung durch Job und Fernstudium schneller geschafft.

Wann ist Teilzeit die bessere Lösung?

Selbst wenn das Vollzeit-Fernstudium „gerade eben“ in Ihren Tagesplan passen würde, sollten Sie unter Berücksichtigung aller Eventualitäten abwägen, ob Teilzeit nicht doch die bessere Lösung wäre. Wer z. B. als Elternteil nur eine 20-Stunden-Woche hat und dadurch die Nachmittage zuhause verbringt, kann sich zwar vielleicht zwischendurch an den PC setzen, doch ob das Pensum dem Lernen zuträglich ist, bleibt fraglich.

Bedenken Sie, dass auch ein Fernstudium in Vollzeit in der Regel mindestens zwei (Master) bzw. drei (Bachelor) Jahre dauert und die Mehrfachbelastung in der gesamten Zeitspanne funktionieren muss. Die Freude über den Abschluss schmälert sich, wenn z. B. das Familienleben dafür auf der Strecke geblieben ist. Als Faustregel gilt: Wer weniger als 40 Wochenstunden für das Fernstudium investieren kann, sollte sich besser für Teilzeit entscheiden.

Finanzielle Vor- und Nachteile

Ein “hauptberufliches Fernstudium” bringt allerdings auch Vorteile mit sich, die bedacht werden sollten. Wie bei Präsenzhochschulen können Vollzeit-Fernstudenten unter anderem den Studententarif bei Krankenkassen beantragen, wobei hier auch die Altersgrenze zu berücksichtigen ist (i.d.R. gilt der Tarif nur bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres).

Ein wichtiger Punkt ist auch die Fördermöglichkeit durch BAföG, die Vollzeitstudenten nutzen können ‒ sofern auch alle weiteren Voraussetzungen wie Alter, Lebenssituation etc. passen.

Auf der anderen Seite dürfen Vollzeitstudenten nur maximal 20 Wochenstunden nebenbei arbeiten. Wer darüber liegt, muss damit rechnen, den Studentenstatus zu verlieren und als Arbeitnehmer eingestuft zu werden.

Ist der Wechsel möglich?

Da sich Lebenssituationen ändern, kann es vorkommen, dass z. B. ein Teilzeitstudent nach einer bestimmten Zeit das Fernstudium schneller abschließen kann oder schneller den Abschluss erreichen möchte. Vielleicht hat man das Vollzeitformat auch unterschätzt und möchte in das Teilzeitformat wechseln. Grundsätzlich ist beides möglich, wobei sich die Vorgaben und Formalitäten je nach Anbieter unterscheiden können. An der Fernuniversität Hagen etwa kann der Statuswechsel bei jeder Rückmeldung erfolgen. Dabei muss der Antrag innerhalb bestimmter Fristen zum Sommer- bzw. Wintersemester eingereicht werden. Auch hier gilt: Informieren Sie sich frühzeitig (am besten schon vor der Anmeldung), um alle Möglichkeiten zu kennen.

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