So viele Anbieter, so viele Studiengänge – Wie finde ich den passenden Studienplatz und seriöse Anbieter?

Wer Zeit und Geld in ein berufsbegleitendes Studium investiert, möchte sicher gehen, dass beides gut angelegt ist. Für welchen der vielen Anbieter soll ich mich entscheiden? Woran erkenne ich, dass es sich um eine seriöse Bildungseinrichtung handelt? Nach der grundsätzlichen Entscheidung, solch ein Studium zu wagen, sind Fragen wie diese an der Reihe. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie anerkannte und seriöse Studiengänge finden.

Abgesehen davon, dass jeder den Anspruch haben dürfte, einen vertrauenswürdigen Anbieter zu finden, hängt die richtige Studienwahl nicht nur, aber auch zu einem bestimmten Teil von den eigenen Ansprüchen und Erwartungen ab. Daher können wir auch nicht pauschal sagen: „Gucken Sie in unsere Hochschulübersicht, dort sind nur seriöse Anbieter gelistet.“ Das stimmt zwar, aber nicht jeder dieser Anbieter ist individuell für Sie die richtige Wahl.

Seriöse Anbieter für ein Studium neben dem Beruf finden

Was aus formaler Sicht zur Seriosität der Anbieter zu beachten ist

Bei akademischen Weiterbildungen, also Bachelor-, Master-, Diplom- oder MBA-Studiengängen, können Sie kaum etwas falsch machen, wenn Sie folgende Punkte beachten:

Staatliche Anerkennung

Ist die Hochschule staatlich anerkannt? Und falls eine Akademie den Studiengang anbietet – arbeitet sie mit einer deutschen Hochschule bzw. einer Hochschule aus dem benachbarten Ausland zusammen, die staatlich anerkannt ist? Generell sind Studienabschlüsse aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden vollkommen ok - achten Sie aber unbedingt auf die Anerkennung.

Schon bei Abschlüssen, die von englischen Hochschulen im Fernstudium über kleine deutsche Akademien vergeben werden, würden wir vorsichtig sein. Das Problem ist dabei nicht unbedingt, dass der Abschluss an sich nicht anerkannt oder die Hochschule nicht seriös ist, sondern dass das Image bei Personalmanagern sehr wackelig ist.

Achten Sie auf Akkreditierungen

Neben der staatlichen Anerkennung ist die Akkreditierung der Studiengänge immer ein Zeichen für ein seriöses berufsbegleitendes Studium. Ausführliche Infos dazu finden Sie in unserem Artikel zur Anerkennung. Achten Sie schon bei der Recherche darauf, dass die von Ihnen präferierten nebenberuflichen Studiengänge von einer der typischen Akkreditierungsagenturen geprüft wurden. Sie erkennen das meist ganz leicht an den Siegeln, mit denen die Hochschulen bzw. Akademien werben:

Exkurs: Nicht-akademische Weiterbildungen

Kommt für Sie neben einem akademischen Studium evtl. auch eine Weiterbildung mit Zertifikatsabschluss in Frage, sollten Sie auf die Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) achten. Sie kümmert sich um die Einhaltung des Gesetzes zum Schutz der Teilnehmer am Fernunterricht (FernUSG). Es legt unter anderem fest, dass Fernlehrgänge ohne Zulassung in Deutschland nicht vertrieben oder beworben werden dürfen. Informieren Sie sich daher beim Anbieter oder auf der Webseite der ZFU, ob der entsprechende Fernlehrgang zugelassen ist.

Googeln Sie die Anbieter

Das werden die meisten sicherlich eh tun, z.B. in Verbindung mit Suchbegriffen wie „Erfahrungen“ oder „Anerkennung“. Tauchen dann mehrere negative Berichte auf, die Sie zweifeln lassen, sollten Sie sich besser woanders umgucken. Denn genauso würde ein Personalverantwortlicher auch an Ihrem Abschluss zweifeln.

Ein Beispiel dafür ist die Allfinanz Akademie, die über ein etwas komplizierteres Konstrukt einen MBA vergeben hat. Das war nicht illegal, aber eben auch nicht hochgradig anerkannt. Das hat sich nach einem kritischen Bericht schnell verbreitet und hat schließlich zur Schließung geführt.

Eine gute Anlaufstelle, zumindest wenn Sie sich für ein Fernstudium interessieren, ist auch das Forum Fernstudium-Infos.de. Dort trifft man zahlreiche Fernstudenten, die bereitwillig Auskunft über ihr Studium geben.

Wie erwähnt, kommt es natürlich nicht nur auf die formalen, sondern auch ganz individuell auf Ihre persönlichen Anforderungen an ein berufsbegleitendes Studium an.

Persönliche Ziele festlegen

Es kann sehr hilfreich sein, zunächst eine Checkliste mit den Punkten anzufertigen, die das Studium erfüllen sollte. Notieren Sie Faktoren, die Ihnen wichtig sind.

Zum Beispiel: Das Studium...

  • darf maximal die Summe X kosten
  • muss Präsenzveranstaltungen enthalten (weil mir das Lernen dann leichter fällt), bzw.:
  • sollte keine Präsenzveranstaltungen enthalten (weil sich Ausfalltage, Anfahrt etc. nicht mit meinem Alltag vereinbaren lassen)
  • sollte sich inhaltlich vorrangig mit den Themen X und Y beschäftigen
  • sollte das Höchstmaß an individueller Betreuung bieten

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Je nach den eigenen Lebensumständen können dabei finanzielle Aspekte, Inhalt und Abschluss oder die Organisation des Studiums Vorrang haben.

Weil man mitunter bei dem einen oder anderen Punkt Abstriche machen muss, ist es sinnvoll, die Punkte nach Prioritäten geordnet zu notieren (“Am wichtigsten ist mir…” vs. “Notfalls verzichten kann ich auf…”). Ist es zum Beispiel wichtig, dass die Präsenzphasen in ihrer unmittelbaren Umgebung stattfinden? Oder sind Sie auch bereit, alle paar Wochen weitere Strecken zurückzulegen?

Überhaupt die Frage: Will ich ein berufsbegleitendes Präsenzstudium oder ein Fernstudium absolvieren? Oder ist mir die Studienform eigentlich egal, Hauptsache, ich kann genau den Studiengang studieren, der mir vorschwebt? Denn es gibt ja durchaus auch Kompromisse, die man beim Studiengang machen kann: Muss es unbedingt der Master Sportmanagement als Fernstudium sein, oder wäre auch ein Wochenendstudium in Betriebswirtschaft, mit einem Schwerpunkt in Sportmanagement, eine Option?

Den Anbieter testen

Die Bildungseinrichtungen, die in die engere Auswahl kommen, sollten Sie außerdem einem persönlichen Test unterziehen: Stellen Sie verschiedene Fragen an die Hotline oder per E-Mail. Die Art der Antworten lassen erste Rückschlüsse auf den Service und den Umgang mit Studierenden zu.

Nutzen Sie auch das Angebot, ein kostenloses Schnupperstudium zu durchlaufen. So lernen Sie die Unterrichtsmaterialien, Betreuung und Preis-Leistungs-Verhältnis am besten kennen. Teilweise gibt es sogar die Möglichkeit, 4 Wochen kostenlos zu studieren – vielleicht nutzen Sie diese Option ja mal aus? Aber nicht vergessen, vor Ablauf zu kündigen!

Fazit: Richtige Studienwahl macht Arbeit

Keine Frage, das sind ganz schön viele Punkte, die man bei der Suche nach einem seriösen Anbieter bzw. dem richtigen Studium berücksichtigen sollte. Aber der Zeitaufwand lohnt sich, schließlich werden Sie mehrere tausend Euro und hunderte Stunden Lernen investieren. Viel Erfolg!

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