Zeitmanagement im berufsbegleitenden Studium: Tipps zur Zeiteinteilung zwischen Lernen, Familie und Freizeit

Ein Arbeitstag von 8-10 Stunden und dann abends noch Lernen? Ein berufsbegleitendes Studium kann ziemlich hart sein - vor allem, wenn man sich nicht richtig selbstorganisiert. Wir haben einen Überblick.

Der Zeitaufwand für ein berufsbegleitendes Studium kann sehr unterschiedlich sein. Das Pensum hängt von vielen Voraussetzungen ab, die wir hier in diesem Beitrag ausführlich beschreiben.

Unabhängig davon kann man selbst am kürzesten Fernlehrgang scheitern, wenn Planung und Organisation nicht stimmen. Nehmen sich also schon vorab Zeit, um Ihr Zeitmanagement zu überdenken und überprüfen Sie es während des Studiums regelmäßig. Es wird sich auszahlen.

Tipps zum Zeitmanagement

Zeitausgleich schaffen

Soviel steht fest: Das Abend- oder vor allem Fernstudium nimmt täglich einige zusätzliche Stunden in Anspruch, während die Tage weiterhin nur jeweils 24 Stunden haben werden. Falls Ihr Leben also schon vor Beginn der Weiterbildung prall gefüllt ist mit Job, Familie, Hobbys und weiteren Aktivitäten, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Das Studium auf einen günstigeren Zeitpunkt verschieben
  2. Zeitlichen Ausgleich schaffen und Prioritäten setzen

Wenn das Fernstudium wichtig für Ihre persönliche Entwicklung ist, werden Sie sich wahrscheinlich für die zweite Lösung entscheiden – und feststellen, dass im Sprichwort „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ sehr viel Wahrheit steckt. Betrachten Sie Ihren Alltag und überlegen Sie, auf welche Aktivitäten Sie (zumindest für eine Weile) verzichten könnten: Wo lassen sich Arbeitszeiten reduzieren? Inwieweit kann die Kinderbetreuung anders organisiert werden? Müssen zwei Stunden Fernsehen pro Abend wirklich sein? Lässt sich der wöchentliche Saunagang in einen 14-Tage-Rhythmus umwandeln? Wer in allen Bereichen ein wenig einspart, hat am Ende viel Zeit gewonnen, ohne auf zu viele Dinge verzichten zu müssen.

Übrigens: An manchen Fernhochschulen, wie z.B. der FernUni Hagen, gibt es sogar extra Kurse zum Thema Zeitmanagement für Fernstudierende. Sie sind sicherlich einen Besuch wert. Auch die IUBH hat dazu Videos ins Netz gestellt:

Das Umfeld einbeziehen

Da die wohl meisten Aktivitäten mit anderen, oft nahestehenden Menschen zu tun haben, ist es wichtig, Familie, Freunde, den Arbeitgeber und Kollegen frühzeitig miteinzubeziehen. Dies ist umso leichter, wenn Vorteile für alle Beteiligten ersichtlich sind. Trägt das Fernstudium z. B. langfristig zu einer besseren Einkommenssituation bei, werden Lebenspartner und zumindest ältere Kinder eher Verständnis haben und ihren Teil dazu beitragen. Ein Arbeitgeber, der sich auf die erweiterten Qualifikationen seines Mitarbeiters freuen kann, wird eher bereit sein, ihn früher Feierabend machen zu lassen. Diese Dinge sollten schon bei der Entscheidung für den Studiengang bedacht werden.

Multitasking vermeiden

Auch wenn sich manche Menschen damit rühmen, besonders „multitaskingfähig“ zu sein: Wer viele Dinge zugleich erledigen will, macht schneller Fehler, das belegen verschiedene Studien. Der Arbeitsaufwand ist in solchen Fällen am Ende noch größer. Wer z.B. E-Mails schreibt und nebenbei hektisch das Frühstück verschlingt, neigt eher dazu, den Kaffee (womöglich über den Lernunterlagen) auszukippen.

Vielmehr sind gerade Pausen wichtig für anhaltende Konzentration. Sie liefern die Energie, die erforderlich ist, um lange Arbeitstage zu bewältigen.

In Lösungen denken und nicht zu perfektionistisch sein

Wie so oft spielt beim Zeitmanagement auch die persönliche Einstellung eine maßgebliche Rolle. Bei Gedanken wie „Das schaffe ich doch unmöglich bis heute Abend...“ kann man im Prinzip gleich einpacken, da sie Blockaden und Frust schaffen. Ob hier nun esoterische Theorien greifen, muss jeder für sich selbst entscheiden; Tatsache ist, dass eine verstärkte Sicht der Hürden die Hindernisse noch verstärken kann: Wer sich zu sehr auf das Problem konzentriert, übersieht eher die Lösungswege. Wer hingegen das Ziel vor Augen hat und mit klaren Kopf überlegt, wie es sich am besten erreichen lässt, kommt eindeutig besser voran.

Ein großer Frustvermeider ist auch, den Hang zum Perfektionismus etwas zurückzuschrauben. Stichwort Paretoprinzip. Wenn man also den Lernstoff zu 80% auswendig kann und die letzten 20% nicht mehr in den Kopf wollen, dann sollte man es auch mal beim Stand von 80% belassen. Wer sich dann mit immer kleinteiligeren Lernzielen befasst, hält sich eher selber auf.

Die ABCD-Methode zur Strukturierung des Tages

Zum Thema Zeitmanagement gibt es viele bewährte Methoden, die z. B. auch in Coachings und Personaltrainings angewendet werden. Eine davon ist die ABCD-Methode, wobei die Buchstaben für die Prioritäten der anstehenden Aufgaben stehen. Nehmen Sie sich zu festen Zeitpunkten (z.B. jeden Morgen beim Kaffeetrinken) ein paar Minuten, um die anstehenden Aufgaben zu notieren und nach ihrer Wichtigkeit zu ordnen:

  • A-Aufgaben stehen ganz oben (z.B. die morgige Prüfung vorbereiten)

  • B-Aufgaben haben ebenfalls eine große Priorität, aber noch etwas mehr Zeit (z. B. die neu eingetroffenen Lehrmaterialien sichten)

  • Unter C fallen Routineaufgaben wie Aufräumen und Datenpflege sowie wichtige Dinge, die vergleichsweise viel Zeit haben (z. B. ein Geschenk für den Geburtstag kaufen, der erst in vier Wochen stattfindet)

  • D-Aufgaben können notfalls komplett gestrichen bzw. langfristig verschoben werden.

Zu beachten ist, dass sich die Prioritäten verändern können: So werden B-Aufgaben schnell zu A-Aufgaben, wenn man sie zu oft hinten anstellt. Bei der Planung sollte auch die persönliche Leistungskurve berücksichtigt werden. Routinearbeiten etwa lassen sich oft gut im „Energie-Tief“ nach dem Mittagessen erledigen, während das Lernen dann eher schwer fällt und mehr Zeit in Anspruch nimmt als z.B. am Morgen. Die besondere Struktur des Fernstudiums hat übrigens viele Vorteile, die sich für die persönliche Organisation nutzen lassen. Auch die Verwendung verschiedener Medienformate kann die Effektivität des Studiums steigern.

Auszeiten berücksichtigen

Beim Anfertigen der Prioritäten-Liste neigen viele Menschen dazu, Annehmlichkeiten stets in die Kategorie D zu verschieben. Natürlich ist es mitunter angebracht, z.B. eine private Verabredung am Vorabend der Prüfung abzusagen, anstatt das Studium aufs Spiel zu setzen. Doch unter dem Strich sollten auch die privaten Beziehungen und persönliche Freuden nicht zu kurz kommen. Im Gegenteil: Ein paar schöne Stunden können wahre Motivationsschübe bewirken.

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