Berufsbegleitende Studienmodelle: Teilzeitstudium

Wer nur gelegentlich zur Uni zu geht, ein bisschen studiert und hier und da mal eine Vorlesung besucht, der ist noch lange kein Teilzeitstudent. Dennoch können viele Studenten ihr Studium aus persönlichen, beruflichen oder finanziellen Gründen nicht in Vollzeit, sondern nur als Teilzeitstudium absolvieren. Doch was genau ist eigentlich ein Teilzeitstudium? Ist das eine gute Option für Voll-Berufstätige? Unser Überblick hat alle Infos.

Studenten werden gern belächelt und nicht immer wird ernstgenommen, wie anstrengend und arbeitsintensiv ein Studium sein kann. Gern heißt es dann „Du gehst ja gar nicht regelmäßig zur Uni“, „Die paar Vorlesungen in der Woche…“ usw. Und auch, wenn das Studium einem viele Freiheiten schenkt und man auch mal ausschlafen kann, bietet sich einigen Studierenden überhaupt nicht die Möglichkeit, das Studium in Vollzeit zu absolvieren und sich ausschließlich auf das Studieren zu konzentrieren.

Ein Teilzeitstudium kann hier die Alternative sein. Die zu lernenden Einheiten werden bei diesem Studienmodell geteilt und pro Semester muss nur noch die Hälfte der normalerweise vorgesehenen Leistungen erbracht werden. Allerdings bietet das Teilzeitstudium nicht nur Vorteile, sondern hält Nachteile und Einschränkungen bereit, die vor Beginn des Studiums berücksichtigt werden sollten.

Alle Infos zum Teilzeitstudium

Teilzeitstudium: Grundlegende Infos

Achtung: Der Begriff „Teilzeitstudium“ wird durchaus auch als Synonym für „berufsbegleitendes Studium“ oder „Fernstudium“ verwendet. Doch das kann leicht in die Irre führen, denn die Hochschulen legen ein Teilzeitstudium oftmals anders aus, als man es sich normalerweise vorstellt.

Wenn Sie also ein Studium suchen, das Sie abends, am Wochenende oder flexibel von zu Hause aus absolvieren können, sollten Sie die Infos zum Abendstudium, Wochenendstudium, Blended Learning oder Fernstudium lesen. Oder direkt in unserer Hochschuldatenbank die passenden Studiengänge recherchieren.

Ein Modell der staatlichen Hochschulen

Die Option „Teilzeitstudium“ gibt es vor allem an staatlichen Universitäten und Fachhochschulen. Gemeint ist damit eine zeitliche Streckung eines Vollzeitstudiengangs auf maximal die doppelte Semesterzahl, also Studienzeit. Die Uni Heidelberg beschreibt es so:

"Das Teilzeitstudienangebot der Universität Heidelberg richtet sich an Berufstätige, Studierende mit familiären Verpflichtungen, chronisch kranke oder behinderte Studierende und an alle anderen, die aufgrund ihrer persönlichen Situation oder anderer Verpflichtungen nicht vollzeit studieren können."

Der wichtigste Satz folgt dann einen Absatz weiter:

"Sie besuchen dieselben Lehrveranstaltungen wie Vollzeitstudierende."

Und genau hier liegt der Unterschied zwischen einem Teilzeitstudium und einem „normalen“ berufsbegleitenden Studium: Die Vorlesungen sind nicht extra so gelegt, dass Berufstätige sie besser wahrnehmen können. Im Teilzeitstudium muss man z.B. auch werktags um 10:00 Uhr oder 15:00 Uhr im Hörsaal anwesend sein. Daher kommt diese Studienform vor allem für diejenigen in Frage, die sich ihre Berufszeiten relativ flexibel, sozusagen um die Vorlesung herum, terminieren können.

Zielgruppe für ein Teilzeitstudium

Gründe für die Halbierung der angestrebten Studienkurse pro Semester sind vor allem folgende:

  • Finanzielle Gründe: Ein Studium ist teuer. Aber ein Vollzeitjob und ein Vollzeitstudium sind nicht miteinander vereinbar. Das Teilzeitstudium bietet die Möglichkeit, neben dem Studium so viel zu arbeiten, dass die Finanzierung des Studiums machbar wird.

  • Chronische Krankheit oder Behinderung: Eine chronische Erkrankung oder Behinderung kann zu Einschränkungen im Alltag führen. Wer aus gesundheitlichen Gründen kein Vollzeitstudium absolvieren kann, dem bietet ein Teilzeitstudium eine gute Alternative ohne Verzicht auf den gewünschten Studienabschluss.

  • Pflege von Familienmitgliedern und Kinderbetreuung: Wer ein krankes Familienmitglied pflegt oder Kinder hat, die betreut werden müssen, muss nicht auf ein Studium verzichten. Das Teilzeitstudium ist die flexible Alternative zum Vollzeitstudium. Hinzu kommt, dass Studierende mit Kind als zusätzliche Unterstützung die uniinternen Kinderbetreuungsangebote nutzen können.

  • Arbeitslosigkeit: Wer trotz Arbeitslosigkeit studieren möchte, dabei aber nicht seinen Leistungsanspruch verlieren will, kann dies unter bestimmten Voraussetzungen. Liegt der Aufwand des Teilzeitstudiums unter 20 Wochenstunden besteht weiterhin Anspruch auf Leistungen. Für genauere Informationen sollten Sie sich vorab unbedingt mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen.

Ist ein Teilzeitstudium anerkannt?

Ja klar! Sie studieren ja „einen ganz normalen“ Bachelor oder Master. Da diese Studienform auch meist nur von staatlichen Hochschulen angeboten wird, brauchen Sie sich auch um die Anerkennung keine Sorgen zu machen.

Wenn Sie etwas tiefer in die Materie einsteigen möchten: Für den Gesamtüberblick zum Thema „Anerkennung“ haben wir auch hier alle Infos zusammengestellt.

Voraussetzungen

Es muss ein triftiger Grund vorliegen, um in Teilzeit studieren zu dürfen. Meist fangen die Studierenden Vollzeit an und merken dann, bedingt z.B. durch eine Änderung der Lebenssituation, dass sie dadurch überfordert sind. Dann kann man einen Antrag auf Wechsel ins Teilzeitstudium stellen. Wichtig ist, vor der Beantragung die Auswirkungen des Teilzeitstudiums mit relevanten Stellen, z. B. BAföG-Amt, Kindergeld, Krankenkasse bzw. der Sozialberatung des Studentenwerks zu klären.

Was kann man in Teilzeit studieren?

Immer mehr Unis und FHs bieten diese Studienform an. Um sich einen Überblick zu verschaffen, sollten Sie einfach den Begriff in Kombination mit Ihrer Stadt bzw. dem gewünschten Studienort und evtl. auch dem Zusatz „FH“ oder „Uni“ googlen. Falls es an der Hochschule in Ihrer Nähe ein entsprechendes Modell gibt, finden Sie es dann auch. Es gibt natürlich auch noch andere Suchergebnisse, aber für den besten Überblick sollten Sie nur die Hochschul-Webseiten ansurfen.

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