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Ist ein berufsbegleitendes Studium mit Kind möglich?

Studieren mit Kind? Für viele Eltern ein Wunschtraum, aber realistisch gesehen unvorstellbar. Immerhin ist Mutter oder Vater sein ein 24-Stunden-Job. Und wie soll das finanziell hinhauen? Sicher, ein Zuckerschlecken ist es nicht, neben dem Nachwuchs noch ein Studium zu managen. Aber die Hürde ist auch nicht so groß, wie oft beklagt. Wir haben für Sie alle Informationen recherchiert, wie ein Studium mit Kind funktionieren kann.

Laut dem deutschen Studentenwerk haben sechs Prozent aller Studierenden ein Kind. Damit gehören sie zwar zu einer Minderheit, aber sind auch keineswegs allein. Tatsächlich gibt es immer mehr Angebote, damit Eltern ein Studium mit dem Familienleben vereinbaren können.Der wichtigste Aspekt ist sicherlich das Finanzielle.

Doch auch die Wahl von Studienmodell, Hochschule und natürlich des Studiengangs will gut überlegt sein.

Welches Studien-Modell ist das Beste für ein Studium mit Kind?

Früher wäre die Antwort ganz einfach gewesen: Das Abendstudium, denn eine wirkliche Alternative gab es nicht. Aber dank der technischen Revolution sind die Möglichkeiten für ein Studium mit Kind heute vielfältiger. Neben dem Abend- bzw. Wochenendstudium ist vor allem das Fernstudium eine ernst zu nehmende Option. Aber wo genau liegt der Unterschied?

Das Abend- oder Wochenendstudium findet abends – oder am Wochenende - vor Ort in der Hochschule statt. Der Nachteil liegt hier klar auf der Hand: Sie sind sowohl zeitlich als auch örtlich gebunden. Dieser Nachteil kann allerdings ebenso ein Vorteil sein, wenn es Ihnen schwerfällt, sich selbst zu strukturieren. Außerdem haben Sie direkten Kontakt mit ihren Mitstudenten sowie Dozenten. Allerdings ist dieses Studienmodell ohne maßgebliche Unterstützung des Partners / der Partnerin (oder durch Familie und Freunden) unmöglich. Immerhin muss irgendwer den Nachwuchs hüten, während Sie abends oder wochenends die (Hoch)Schulbank drücken. Heute gibt es glücklicherweise eine Alternative, die alle Beteiligten entlastet: das Fernstudium.

Das Fernstudium findet hauptsächlich online an einer Fernhochschule statt. In der Regel bekommen Sie den gesamten Lehrstoff anhand von Lernvideos und digitalen Arbeitsblättern in Ihrem persönlichen Online-Campus zur Verfügung gestellt. Stellenweise können selbst die Klausuren komplett online abgelegt werden. Damit sind Sie zeitlich und örtlich völlig ungebunden. Und dennoch sind Ihre Dozenten immer nur eine E-Mail entfernt. Diese Unabhängigkeit kann Segen und Fluch zugleich sein, denn somit ist eine hohe Selbstdisziplin gefordert. Nicht umsonst wird das Fernstudium auch als Selbststudium bezeichnet.

Viele Elternteile tendieren heutzutage aus den genannten Gründen zu einem Fernstudium. Denn der Alltag mit Kind und Job ist schon stressig genug, da sollten Sie sich zumindest im Studium die maximale Flexibilität gönnen. Aber letztendlich ist es persönlicher Gusto, sprich Sie müssen wissen, was Ihnen am besten bekommt.

Weitere Informationen zum Abendstudium und Fernstudium finden Sie in unseren gleichnamigen Ratgeber-Artikeln.

Besser bei einer privaten oder staatlichen Hochschule mit Kind studieren?

Bei den staatlichen Hochschulen ist der Kostenfaktor ein klarer Vorteil, denn dort zahlen Sie maximal um die 200 Euro (Teilzeit) bis 300 Euro (Vollzeit) pro Semester.

Bei einer privaten Hochschule sind diese Summen monatlich fällig, das Studium ist also deutlich teurer. Aber gerade das Studieren mit Kind kann sich an einer privaten Hochschule lohnen: Zum einen, weil die privaten Hochschulen besonders flexible Studienmodelle anbieten, zum anderen, weil das Studienangebot deutlich größer ist. Besonders neumodische Studiengänge wie Data Science, UX Design oder Wirtschaftspsychologie sind hauptsächlich an privaten Hochschulen angesiedelt. Hintergrund ist, dass private Hochschulen weniger bürokratisiert sind als staatliche und somit schneller auf neue Entwicklungen am Arbeitsmarkt reagieren können. Ein weiterer Pluspunkt für private Hochschulen: der NC ist meist zweitrangig. Dies ermöglicht auch durchschnittlichen Schülern ihren Traum vom Psychologie- oder Soziale Arbeit Studium zu verwirklichen.

Trotz dieser diversen Vorteile gilt: Sie müssen sich das Studium an einer privaten Hochschule leisten können. Gerade als Elternteil geht die finanzielle Absicherung Ihres Nachwuchses vor. Daher ist es umso wichtiger, dass sie darüber informiert sind, welche finanziellen Förderungsmittel Sie als Studierende/r mit Kind in Anspruch nehmen können.

Schnupper-Studium & Testphase

Ob privat oder staatlich, ob Fern- oder Präsenzstudium, ein Schnupper-Studium anzubieten gehört heute zum guten Ton. Aber was beinhaltet so ein Schnupper-Studium?

In Absprache mit der Hochschule nehmen Sie unverbindlich an einigen Vorlesungen teil. So gewinnen Sie einen Einblick in die konkreten Studieninhalte. Falls Sie sich für mehrere Studiengänge interessieren, können Sie natürlich in verschiedene Kurse reinschnuppern. Wie lange das Schnupper-Studium geht, ist von der Hochschule abhängig. An manchen Unis wird hierfür eine komplette Woche eingeplant, in der Sie als Interessent/in den kompletten Studienalltag durchlaufen, an anderen Hochschulen gibt es einzelne Veranstaltungen, die sich über ein Semester verteilen. Am besten erkundigen Sie sich im jeweiligen Studiensekretariat.

Neben dem Schnupper-Studium bieten gerade private Hochschulen eine kostenlose Testphase von einem Monat an. Hierauf sollten Sie unbedingt achten, wenn Sie sich für das Fernstudium an einer privaten Hochschule anmelden. Denn, falls Sie bereits binnen der ersten vier Wochen merken, dass Kind, Job und Studium für Sie einfach nicht vereinbar sind, können Sie das Studium abbrechen ohne finanzielle Verluste einzubüßen.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für ein Studium mit Kind?

Generell stehen Ihnen als Elternteil staatliche Fördermittel wie Kinder- und Elterngeld zu – oder als alleinziehende/r Mutter / Vater ggf. der Unterhaltsvorschuss. Wir gehen folgend aber nur auf die finanziellen Förderungsmittel ein, die speziell für Studierende mit Kind relevant sind.

Wichtig: Die folgenden Angaben wurden sorgfältig recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen aufbereitet, dennoch können wir nicht für absolute Vollständigkeit und Aktualität bürgen. Die beste Auskunft bieten die Hochschulen selbst. Mittlerweile gibt es an einigen Hochschulen spezielle Ansprechpartner für Studierende mit Kind, die darauf geschult sind, Sie über Ihre verschiedenen finanziellen Förderungsoptionen aufzuklären. Ebenfalls eine gute Anlaufstelle ist das ortsansässige Studentenwerk.

BAföG

Die naheliegendste Studienförderung ist das normale Studenten-BAföG. Für Berufstätige, die berufsbegleitend studieren wollen, lohnt sich diese Förderung wegen des geringen Freibetrags meistens nicht. Denn normalerweise dürfen sie maximal 450 Euro verdienen, um keine Abzüge beim BAföG-Beitrag zu riskieren. Bei Eltern sieht dies allerdings anders aus: Als Elternteil haben sie zusätzlich pro Kind einen Freibetrag von 605 Euro im Monat verfügbar (§ 23 Abs. 1 Nr. 3 BAföG), also insgesamt einen Freibetrag von 1.055 Euro (Stand 2021).

Außerdem haben sie mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung samt Berufserfahrung gute Chancen auf elternunabhängiges BAföG. Vielleicht bekommen sie sogar den BAföG-Höchstsatz von 861 Euro (Stand 2021). Das Einzige was ihnen von vorneherein einen Strich durch die Rechnung machten könnte: Erstens, Ihr/e Lebenspartner/in verdient überdurchschnittlich gut. Zweitens, Sie sind bereits über 29 (Förderungsgrenze Bachelorstudium) bzw. 34 Jahre alt (Förderungsgrenze Masterstudium).

Zur Orientierung, wie Ihre BAföG-Unterstützung mit Kind aussehen könnte, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung einige Vorzeigefälle entworfen:

Was Ihnen wahrscheinlich bewusst ist, aber der Vollständigkeit halber erwähnt gehört: Sie müssen einen Teil vom BAföG zurückzahlen. Um genau zu sein 50 Prozent der Endsumme. Das bedeutet, dass Ihnen die anderen 50 Prozent vom Staat geschenkt werden. Idealerweise legen Sie bereits einen Teil der BAföG-Förderung während des Studiums für die Rückzahlung beiseite. Aber realistisch gesehen schaffen das bereits die wenigsten Studierenden ohne Kind.

Wichtig: Das Kindergeld wird nicht auf ihr BAföG angerechnet, Sie müssen es in Ihrem BAföG-Antrag nicht angeben. Darüber hinaus haben Sie als Elternteil, wenn Sie Anspruch auf BAföG haben, einen Anspruch auf einen Kinderbetreuungszuschlag (solange das Kind unter 14 Jahre alt ist). Das heißt, dass Sie pro Kind vom BAföG-Amt einen Zuschlag von 140 bis 150 Euro bekommen. Das Beste: der Kinderbetreuungszuschlag muss nicht zurückgezahlt werden. (Quelle: bafög.de)

Kindergeld für Mütter / Väter unter 25 Jahren

Was die wenigsten wissen: Studierende Eltern unter 25 Jahre haben selbst ebenfalls einen Anspruch auf Kindergeld (Bundeskindergeldgesetzt §2), solange Sie nicht gleichzeitig Elterngeld beziehen (BKGG §4), — oder mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten. Allerdings können Sie selbst kein Kindergeld für sich in Anspruch nehmen, sondern Ihre Eltern müssen den Antrag beim zuständigen Amt einreichen. Entsprechen bekommen diese das Kindergeld für Sie ausgezahlt, wenn dem Antrag stattgegeben wird. Natürlich spricht rechtlich nichts dagegen, dass Ihre Eltern Ihnen das Geld direkt weiterleiten. (Stand 2021)

Wichtig: Sie können auch erst Elterngeld beziehen und, sobald dieses ausgelaufen ist, Kindergeld, solange Sie die notwendigen Voraussetzungen erfüllen (unter 25 Jahre alt, maximal 20 Stunden Arbeit die Woche).

Studienkredit

Eine weitere Möglichkeit ist die Aufnahme eines Studienkredits. Was die wenigsten wissen: Die meisten Studienkredite sind mit BAföG kombinierbar und können auch problemlos für ein Fernstudium beantragt werden. Unabhängig davon, ob Sie an einer privaten oder staatlichen Hochschule studieren. Wichtig ist lediglich, dass das Studium mit einem staatlich anerkannten Bachelor oder Master abschließt. Die bekannteste Anlaufstelle für einen Studienkredit ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW. Mit dem Studienkredit der KfW können Sie sich monatlich bis zu 650 Euro auszahlen lassen. Aber es gibt auch einige private Anbieter wie Smava oder Credimaxx, die eine Überlegung wert sind.

Natürlich ist der große Nachteil bei einem Kredit, dass Sie ihn irgendwann samt Zinsen zurückzahlen müssen. Gerade in Hinblick darauf, dass Sie ein Kind haben, sollten Sie sicher sein, dass die Rechnung am Ende aufgeht.

Eine neutrale aktuelle Gegenüberstellung aller Studienkreditinstitute bietet Ihnen CHE, das gemeinnütziges Centrum für Hochschulentwicklung.

Tipp: Wenn Sie erst zum Ende Ihres Studiums in einen finanziellen Engpass geraten, dann nehmen Sie am besten den KfW-Bildungskredit in Anspruch. Dort sind die zu zahlenden Zinsen sowie der Rückzahlungszeitraum besonders moderat. Allerdings wird dieser nur gewährt, wenn bereits ein Großteil der Studienleistung erbracht worden ist.

Alternative: Studienfinanzierung per Kredit

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Ein Studium ist nicht immer billig und staatliche Förderung nicht immer möglich. Damit Ihr Traumstudium kein finanzieller Albtraum wird, vergleicht Smava verschiedene Kreditoptionen für Sie.

Sie können die gewünschte Höhe Ihres Kredits und die Laufzeit individuell festlegen, Smava schlägt Ihnen dann die für Sie passenden Kreditanbieter vor. Der Vergleich von Krediten allein wirkt sich dabei nicht auf Ihren Schufa-Score aus. Smava ist 2020 zum Umgang mit Datenschutz vom TÜV Saarland zertifiziert worden.

Wenn Sie Ihre Angebote gründlich geprüft und durchdacht haben, können Sie den richtigen Kredit für sich auch direkt online abschließen.

Wohngeld

Wohngeld kann jeder beantragen, der nicht genügend Einkommen erwirtschaftet, um seine Wohnkosten decken zu können. Normalerweise sind Studenten vor dieser Regelung ausgenommen und haben nur in Ausnahmefällen Anspruch (Wohngeldgesetzt Kapitel 2 § 7). Glücklicherweise gilt Studieren mit Kind als Ausnahmefall.

Generell ist die Höhe des Wohngelds immer von drei Faktoren abhängig: Anzahl der Familienmitglieder, Familieneinkommen (hierzu zählt auch BAföG) und Miethöhe. Wenn das Wohngeld unter Berücksichtigung dieser Faktoren weniger als 10 Euro beträgt, wird es nicht gewährt. Falls Sie keinen Anspruch auf BAföG haben, kann dies beim Antrag auf Wohngeld demnach ein Vorteil sein. Ebenfalls ein Pluspunkt: Im Gegensatz zum BAföG muss Wohngeld nicht zurückgezahlt werden.

(Quelle: kind-und-studium.de | Eine Initiative des Studentenwerks Giessen)

Arbeitslosengeld 2 und Sozialgeld

Als Student selbst haben Sie keinen Anspruch auf ALG2*, aber Sie können diese Leistung für Ihr Kind beantragen. Wenn Ihr Kind unter 15 Jahre alt ist, gilt dieses als Teil ihrer Bedarfsgemeinschaft und es besteht somit ein Anspruch auf Sozialgeld. Wenn ihr Kind über 15 Jahre alt ist, ist es eine eigene Bedarfsgemeinschaft und hat somit selbst Anspruch auf ALG 2.

* Die einzige Ausnahme: Bedingt durch eine Krankheit oder Schwangerschaft müssen Sie das Studium länger als drei Monate unterbrechen und verlieren dadurch Ihren BAföG-Anspruch. In diesem Fall haben Sie nach drei Monaten Anspruch auf ALG 2.

(Quelle: kind-und-studium.de | Eine Initiative des Studentenwerks Giessen)

Stipendien und Stiftungen

Eine weitere Möglichkeit, um finanzielle Unterstützung zu bekommen ist der Antrag bei einer Stiftung oder auf ein Stipendium.

Um ein Stipendium zu erlangen, stehen Ihnen in Deutschland 13 verschiedene Förderungswerke zur Auswahl. Die Voraussetzungen für eine Begabtenförderung variieren von Förderungswerk zu Förderungswerk, da jedes seinen eigenen Förderschwerpunkt hat. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Thema Begabtenförderungswerke. In der dort hinterlegten Broschüre „Mehr als ein Stipendium“ werden alle 13 Stiftungen vorgestellt. Sehen Sie selbst, welche Stiftung zu Ihnen passt. Natürlich können Sie auch bei mehreren Stiftungen Ihr Glück versuchen. Allerdings sollten ihre Werte und Interessen mit der jeweiligen Stiftung konform sein.

Neben den Stiftungen, die Stipendien vergeben, gibt es aber auch jene, die eine finanzielle Spende als Hilfeleistung bieten. Allerdings müssen Antragsteller glaubhaft mittellos sein. Für Studierende mit Kind in finanzieller Not sind die Stiftungen „Stiftung Mutter und Kind“, „Stiftung Familie in Not“ und der „Hildegardis Verein“ die beste Anlaufstelle.

Studienbeitragsbefreiung

Wenn Sie ein Kind betreuen, können Sie einen Antrag beim Immatrikulationsamt Ihrer Hochschule stellen, um von den Semestergebühren befreit zu werden. Allerdings ist die Regelung in jedem Bundesland – und stellenweise sogar je nach Hochschule – leicht anders. Außerdem muss der Antrag für jedes Semester erneut eingereicht werden. Nur in seltenen Fällen erlässt die Hochschule die Studiengebühr direkt für mehrere Semester oder komplett. Zudem kann der Antrag generell nur bei staatlichen Hochschulen gestellt werden.

Falls Ihnen die Studiengebühren nicht erlassen werden, gibt es immer noch die Option eines Studienbeitragsdarlehns. Damit werden Sie erst nach dem Studium zur Kasse gebeten.

Am besten informieren Sie sich auch hier bei ihrer Hochschule, wie die Regelungen vor Ort sind. Was Sie im Voraus beachten sollten: Bei einer privaten Hochschule können sie sich nicht von den Studiengebühren freistellen lassen.

Kinderbetreuung für Studierende mit Kind

Neben der finanziellen Unterstützung gibt es sowohl an den staatlichen als auch an den privaten Hochschulen Betreuungsangebote für Kinder. Meist handelt es sich hierbei um eine gemeinsame Initiative der Studentenwerke in Kooperation mit den Hochschulen.

Betreuungsangebote in NRW finden sich beispielsweise unter: www.kinderbetreuung-hochschulen.nrw.de

Falls Sie dort nicht fündig werden, informieren Sie sich bei ihrer Hochschule oder Ihrem zuständigen Studentenwerk.

Wohnangebote für Studierende mit Kind

Wohnheim ist nur das für Studenten? Genau, aber das gilt ebenso für Studierende mit Kind. Laut dem deutschen Studentenwerk gibt es in ganz Deutschland 50 Studentenwerke, die in ihren Wohnheimen familienfreundliche Wohnungen anbieten. Der Vorteil einer Wohnung im Wohnheim sind die Kosten: Im Durchschnitt zahlen Studenten im Wohnheim um die 250 Euro für ihre Unterkunft. Der Nachteil ist, dass auch um Sie herum viele Studenten wohnen. Es wird also sicherlich etwas turbulenter zugehen als in einem normalen Wohnviertel. Trotzdem ist Ihr Interesse geweckt? Dann erkundigen Sie sich bei ihrem ortsansässigen Studentenwerk, ob eine familiengerechte Wohnung verfügbar ist.

Erfahrungsberichte

Vor allem in Foren tauschen sich die User über ein berufsbegleitendes Studium, in diesem Fall eben Fernstudium, mit Kind aus:

„Ich persönlich mache es so, dass alle drei Kinder um 19:00 ins Bett kommen. Danach habe ich dann bis ca. 22:00 Zeit zum Lernen. Fernsehen ist dann allerdings nicht mehr drin - während des gesamten Studiums.“

„Ich bin Mutter und habe bzw. bekomme mein(e) Kind(er) mitten im Studium. Klar ist es nicht einfach, aber machbar, solange dein Umfeld mitspielt. Ich werde nächstes Jahr mein Studium abschließen, da sind die Kids dann viereinhalb und ein Jahr alt. Dank meiner Hochschule und den Betreuern musste ich im Studium nicht mal aussetzen und habe es nicht bereut, mit Kind und Kegel zu studieren. Sicher muss man hier und da Prioritäten setzen, aber man lernt alles zu organisieren. Ein Kind ist kein Hindernis für ein Studium.“

„Ich hätte es mit Neugeborenem und Kleinkind nicht geschafft, ein Studium anzufangen. Es gab einfach zu wenige Zeiten, in denen ich in Ruhe hätte lernen können. Abends wäre für mich illusorisch gewesen, latenter Schlafmangel hat mich begleitet, obwohl meine Kinder vergleichsweise gut geschlafen haben.“

„Ich bin auch Mutter. Allerdings habe ich 'nur' ein zweijähriges Kind. Mein Sohn geht (noch) nicht in den Kindergarten. Dennoch finde ich jeden Tag etwa zwei Stunden (plus-minus eine Stunde) zum Lernen. Auf meinen Mann oder eine Oma bin ich dabei nicht angewiesen, auch wenn mein Kind mal krank ist. Dann muss das Studium eben ein paar Tage/ Wochen warten. Es ist aber schön ab und zu ein wenig Unterstützung zu haben."

Auch im Forum der Fernuni Hagen wird sich ausgetauscht:

„Ich studiere nun im dritten Semester Vollzeit mit drei Kindern (fünf Jahre, drei Jahre und zehn Wochen). Ich muss sagen, ich finde es ziemlich hart und komme mir damit immer ziemlich allein vor. Ich arbeite nebenbei nicht, hab sozusagen 'nur' das Fernstudium zu machen. Wenn man aber bedenkt, dass man als Mutter oft einfach mal eher müde ist und auch sonst mehr Dinge zu erledigen hat als ein Berufstätiger ohne Kinder, ist das meines Erachtens nicht verwunderlich.
Ich belege jedes Semester drei Module und bin am Ende froh, wenn ich eine Prüfung bestehe. Noch dazu kommt, dass es ja oft vorkommt, dass man Zwangslernpausen einlegen muss, da die Kinder krank werden. Ich denke, man darf nicht zu hohe Erwartungen an seine Noten haben, und auch nicht das Ziel haben, das Studium in sieben Semestern abzuschließen. Am besten belegt man immer ein paar Kurse weniger als gedacht und macht das dann dafür gründlich.“

„Also ich studiere an der Fernuni Hagen und habe meine Zulassungsprüfung hier gemacht. Dann habe ich ein Semester Pause gemacht, weil mein Kleiner zur Welt kam. Ich habe drei Kinder, bin sonst nicht berufstätig, halt außer Haushalt und Kindeserziehung. Wenn du bereit bist, auf einige Wochenenden zu verzichten (vor allem kurz vor den Klausuren) und sonst abends ohne Filme oder ähnliches auskommen kannst und stattdessen lernst (tagsüber geht das bei kleinen Kinder kaum), dann schafft man es locker ein Modul pro Semester.“

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