Pflegewissenschaft: Fernstudium & berufsbegleitendes Studium

Sie sind bereits im Pflegebereich tätig und möchten sich beruflich weiterentwickeln? Interessieren Sie sich für die Herausforderungen der Branche und möchten die Zukunft der Pflege aktiv mitgestalten? Dann lohnt es sich über ein Fern- oder ein berufsbegleitendes Präsenzstudium im Bereich Pflegewissenschaft nachzudenken!

Allgemeine Infos

Wir leben in einer alternden Gesellschaft. Das Gute daran ist: Die Lebenserwartung steigt und viele ältere Menschen erfreuen sich auch im hohen Alter dank der guten medizinischen Versorgung bester Gesundheit. Andererseits steigt auch der Pflegebedarf enorm. Dies bedeutet, dass auf die Pflegeinstitutionen jahrelange Betreuungszeiten von immer mehr Menschen zukommen, und das bei sinkenden Steuereinnahmen und steigendem Fachkräftemangel. Um diesen enormen Herausforderungen zu begegnen, braucht es Experten/innen, die nicht nur über das entsprechende Fachwissen verfügen, sondern auch die notwendigen Handlungskompetenzen sowie den Weitblick mitbringen, um eine hohe Qualität in der Pflege zu gewährleisten.

Ein Fernstudium bzw. ein berufsbegleitendes Studium im Bereich Pflegewissenschaften vermittelt daher methodische Kompetenzen, um Problemstellungen systematisch zu analysieren und Lösungsansätze herauszuarbeiten. Zudem werden Ihnen betriebswirtschaftliche, rechtliche und medizinische Grundlagen sowie natürlich pflegewissenschaftliches Know-how vermittelt. Je nach Bildungsanbieter spielt auch die Pflegepraxis eine große Rolle. Ziel des Studiums ist es, die Studierenden in die Lage zu versetzen, pflegerische Strukturen zu verstehen und zu verbessern, an neuen Versorgungsstrukturen und -prozessen zu forschen und erfolgreich in leitenden Positionen in pflegerischen Einrichtungen zu arbeiten.

Pflegewissenschaft oder Pflegemanagement?

Wer sich bereits mit dem Thema Pflegestudium beschäftigt hat, wird schnell feststellen, dass es verschiedene Studiengänge mit Titeln wie „Pflege“, „Gesundheits- und Pflegewissenschaft“ oder auch „Pflegemanagement“ gibt.

Eine klare Abgrenzung ist schwierig, da sich die Studiengänge untereinander sehr ähneln. Generell wird der Schwerpunkt im Bereich Pflegemanagement vermehrt auf betriebswirtschaftlichen Themen gesetzt. Bei dem Studiengang Pflegewissenschaft steht hingegen die berufliche Praxis eher im Vordergrund. Dennoch ist Pflegemanagement auch immer Teil der Pflegewissenschaft und je nach Bildungsanbieter ist die betriebswirtschaftliche bzw. die praktische Ausrichtung des Studiengangs mehr oder weniger stark ausgeprägt. Deshalb ist es ratsam, sich vor Beginn des Studiums die Studienverlaufspläne der jeweiligen Hochschulen genau anzusehen.

Passende Anbieter finden

Zunächst gilt es, sich einen Überblick über passende Hochschulen zu verschaffen, die ein Fernstudium oder berufsbegleitendes Präsenzstudium im Bereich Pflegewissenschaften anbieten. Hier gibt es deutschlandweit eine Vielzahl an Anbietern, die wir nachfolgend auflisten.

Fernstudium Pflegewissenschaft

Berufsbegleitendes Präsenzstudium Pflegewissenschaft

Voraussetzungen

Ein Fernstudium oder Abendstudium der Pflegewissenschaften baut häufig auf einer abgeschlossenen Ausbildung zur Pflegefachkraft auf (nicht zwingend, aber sehr häufig Voraussetzung zur Zulassung). Zudem wird bei einem berufsbegleitenden Studium oftmals eine Tätigkeit im Pflege- bzw. Gesundheitsbereich vorausgesetzt. Außerdem bedarf es natürlich einer Hochschulzugangsberechtigung.

Um generell zu einem Hochschulstudium zugelassen zu werden, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Die Hochschul- bzw. Fachhochschulreife,
  • eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung und mehrjährige Berufserfahrung. In der Regel werden zwei bis drei Jahre Ausbildung und drei Jahre Berufserfahrung vorausgesetzt.
  • Eine Meisterprüfung bzw. ein abgeschlossener Bildungsgang zur Staatlich geprüften Technikerin/zum Staatlich geprüften Techniker oder zur Staatlich geprüften Betriebswirtin/ zum Staatlich geprüften Betriebswirt,
  • Die Hochschulzugangsprüfung bietet eine Alternative zum Nachholen des Abiturs an einer Abendschule und berechtigt bei Bestehen auch zur Aufnahme eines Studiums. Auch hier gibt es Voraussetzungen: Sie müssen mindestens 25 Jahre alt sein, eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen können. 

Studieninhalte

Die genauen Lehrinhalte des Fernstudiengangs Pflegewissenschaft variieren natürlich je nach Bildungsanbieter stark. Allen ist jedoch gemein, dass der berufsbegleitende Studiengang interdisziplinär angelegt ist. Das heißt, er verknüpft die spezifischen Anforderungen des Pflegeberufs mit den wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen des Gesundheitsbereichs. Die Studierenden bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Wissenschaft und Gesundheit, um später auf eine verantwortungsvolle Position im Pflegebereich vorbereitet zu sein. Daneben werden auch die Kommunikations-, Sozial- und Führungskompetenzen geschult.

Beispiele für Studieninhalte:

  • Grundlagen der Pflegewissenschaft
  • Medizinische Theorie & Terminologie
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen
  • Arbeitsgestaltung in der Pflege
  • Gesundheitspolitische Rahmenbedingungen
  • Pflegemanagement
  • Qualitätsmanagement
  • Hygienemanagement
  • Pflegeinformatik
  • Pflegeforschung und Grundlagen der Statistik
  • Ethik im Gesundheits- und Sozialwesen

Kosten & Dauer

Grundsätzlich wird der Studiengang Pflegewissenschaft als Bachelorstudiengang, seltener auch als Masterstudiengang angeboten. Dementsprechend beträgt die Dauer je nach Bildungsanbieter sieben bis acht Semester, bzw. bei einem Masterstudiengang vier Semester.

Die Studiengebühren variieren je nach Bildungsanbieter stark. Die monatlichen Kosten belaufen sich je nach Hochschule auf circa 180 Euro bis 325 Euro pro Monat. Wobei sich auch die Abrechnungsarten stark unterscheiden. Manche Hochschulen rechnen pro Semester ab, andere monatlich, andere wieder pro Modul. Auch hier lohnt es sich genau hinzuschauen und zu vergleichen. Die Hochschulen beraten einen auch ausführlich hinsichtlich Finanzierungsmöglichkeiten.

Wie läuft ein Fernstudium bzw. berufsbegleitendes Studium ab?

Sowohl ein berufsbegleitendes als auch ein Fernstudium ermöglichen die Vereinbarkeit des Studiums mit einer beruflichen Tätigkeit. Auf den ersten Blick mögen beide Modelle auf das Gleiche hinauslaufen, es gibt jedoch einige Unterschiede, vor allem im organisatorischen Ablauf.

Fernstudium

Ein Fernstudium findet, wie der Name schon sagt, „aus der Ferne“ statt. Es bietet somit größtmögliche Flexibilität, da Sie lernen können, wo und wann Sie wollen. Das Studium lässt sich also sehr gut mit Ihren sonstigen beruflichen und/oder familiären Verpflichtungen verbinden, setzt allerdings auch ein hohes Maß an Disziplin und Motivation voraus.

Die Lehrmaterialien bekommen Sie entweder direkt vom Anbieter per Post, zum Beispiel in Form von Studienbriefen, oder Sie erhalten die Möglichkeit, sich die Unterlagen online über das Hochschulportal herunterzuladen. Die Studienerfolge werden in regelmäßigen Abständen durch Prüfungen oder Einsendeaufgaben kontrolliert.

Einige Hochschulen bieten auch Präsenzphasen während des Fernstudiums an, die oft freiwillig und in Blöcken organisiert sind. Sie dienen dem Austausch mit Kommilitonen sowie zur Vertiefung des Lehrstoffes und zur Erarbeitung von Problemlösungen zu bestimmten Fragestellungen. Hier stehen auch Schlüsselqualifikationen wie zum Beispiel Teamarbeit oder die Präsentation von Arbeitsergebnissen im Fokus.

Berufsbegleitendes Präsenzstudium

Die Vermittlung der Lehrinhalte im berufsbegleitenden Präsenzstudium findet an der Hochschule bzw. Akademie im Rahmen von Vorlesungen und Seminaren statt. Der Unterricht kann dabei abends, an den Wochenenden oder aber auch als Blockunterricht stattfinden. Zeitlich sind die Vorlesungen damit so gelegt, dass sich der Präsenzunterricht gut mit einer beruflichen Tätigkeit verbinden lässt. 

Allerdings ist die Ausübung des Berufs nicht unbedingt Voraussetzung für die Aufnahme des Studiums. Es gibt zwar Hochschulen, die verlangen, dass die Studierenden einer beruflichen Tätigkeit nachgehen, aber in der Regel ist das kein Muss!

Innerhalb der Vorlesungen bzw. Seminare gilt eine Anwesenheitspflicht. Das bedeutet, Sie sind zeitlich und örtlich gebunden. Dafür haben Sie aber auch Unterricht in der Klasse und können Ihre Fragen direkt an den Dozenten loswerden. Diese Studienform eignet sich somit insbesondere für Menschen, denen es schwer fällt, sich zum Lernen in den eigenen vier Wänden zu motivieren und die Wert auf regelmäßigen Austausch mit Kommilitonen und Dozenten legen.

Weitere Informationen zum Thema Fernstudium oder berufsbegleitendes Präsenzstudium finden Sie in nachfolgendem Artikel:

 Präsenzstudium oder Fernstudium: Ein Überblick

Blended Learning-Konzept

Viele Hochschulen verfolgen sowohl beim Fern- als auch beim berufsbegleitenden Studium mittlerweile das sogenannte „Blended-Learning-Concept“. Dieses Konzept bezeichnet die sinnvolle Kombination von Printmedien, Präsenzveranstaltungen und E-Learning-Elementen. Die einzelnen Bestandteile sind dabei eng miteinander verzahnt und ergänzen sich gegenseitig. Zu den Bestandteilen des E-Learnings gehören zum Beispiel Lehrmaterialien in digitaler Form, Videovorträge und -seminare, Chats mit Dozenten sowie virtuelle Klassenräume.

Anerkennung des Fern- bzw. berufsbegleitenden Präsenzstudiums

In der Regel sind die berufsbegleitenden Studiengänge Pflegewissenschaften anerkannt. Jedoch sind die Bezeichnungen „Fernstudium“ und „berufsbegleitendes Studium“ nicht geschützt. Daher sollte man unbedingt darauf achten, dass die Hochschule staatlich anerkannt und das Studium akkreditiert ist. Wenn diese beiden Bedingungen erfüllt sind, werden Sie mit der Anerkennung des berufsbegleitenden Pflegewissenschaft Studiums keine Schwierigkeiten haben. Auch bei privaten Bildungsanbietern sollten Sie darauf achten, dass die Studiengänge akkreditiert sind. 

Warum ein Fern- bzw. berufsbegleitendes Studium Pflegewissenschaften absolvieren?

Wer bereits im Pflegebereich tätig ist, kennt die Herausforderungen der Branche. Im Zeitalter des demografischen Wandels gilt es trotz Schwierigkeiten wie finanziellen Problemen oder Fachkräftemangel eine hohe Qualität in der Pflege sicherzustellen.

Wenn Sie Pflegewissenschaften studieren, entscheiden Sie sich nicht nur für einen sehr zukunftsträchtigen Bereich, sondern Sie leisten auch einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag und übernehmen Verantwortung. Je nach Ausrichtung des Studiums können Sie als Pflegeberaterin tätig sein, erlernen Methoden zum Umgang mit der Pflege von besonders herausfordernden Fällen oder können in leitenden Positionen die Zukunft der Pflege aktiv mitgestalten.

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Alle Fachbereiche auf einen Blick finden Sie unter: www.das-richtige-studieren.de

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