Erfahrungsbericht: BWL an der FernUni Hagen


Name Joana Kleindienst
Alter 31
Aktuelle berufliche Station: k.A.
Berufsbegleitender Studiengang: Betriebswirtschaftslehre (Diplom II)
Berufsbegleitende Studienzeit: seit 2007
Berufsbegleitendes Studium bei: FernUni Hagen



Sehr geehrte Frau Kleindienst, Sie haben sich im Jahr 2007 entschlossen, ein Fernstudium an der FernUni Hagen aufzunehmen. Was hat Sie dazu bewegt?

Da gab es mehrere Gründe. In der Stadt, in die ich zog, hätte ich mein Studium nicht fortsetzen können. (An der TU Braunschweig gibt es keinen Studiengang BWL) Zudem führte Hamburg, wo ich bisher studiert hatte, Studiengebühren ein. Ich hatte schon vorher an der Uni Hamburg berufsbegleitend studiert, was sehr kompliziert war. Aus der Ferne in Hamburg weiterzustudieren kam nun also nicht mehr in Frage. Da bot es sich an, dass die FernUni Hagen im selben Semester ihre Studiengebühren abschaffte und mir das in Hamburg erworbene Vordiplom anerkennen wollte.

Mit der FernUni Hagen haben Sie sich für die bekannteste und größte Fernhochschule Deutschlands entschieden. Welche Kriterien haben Sie dazu bewogen, dort zu studieren und nicht an einer anderen Einrichtung?

Es ist die einzige nicht private Fernhochschule. Ich habe kein Vertrauen in Abschlüsse von irgendwelchen anderen Instituten.

Hat das Studium an der FernUni Hagen denn bisher auch das gehalten, was Sie sich im Vorhinein davon versprochen haben?

Ja, das hat es. Die Betreuung, was Fragen angeht, ist besser als an der Uni Hamburg. (Ich warte seit 2007 auf die Beantwortung einer Anfrage an der Uni Hamburg) An der FernUni kann man alles, sowohl fachliches als auch Verwaltungssachen, schnell per Email klären und die Reaktionszeiten sind gut. Bis auf einige Abgabetermine kann man sich die Zeit gut einteilen und hat nicht wie ich früher in Hamburg nach 2 oder 3 verpassten Vorlesungen das Gefühl, man könnte nicht mehr aufholen. Man sieht am Anfang, wie viel Stoff per Post rein kommt, hat früh die Einsendeaufgaben zur Verfügung und kann den Zeitplan dann individuell für sich erstellen. Zu dem hat mich die Qualität überzeugt. Das Niveau liegt höher als in Hamburg.

Viele Studieninteressenten suchen nach Erfahrungen von anderen Studierenden und Absolventen der FernUni Hagen. Können Sie uns ein wenig an Ihrem Fernstudium bzw. der Studienorganisation teilhaben lassen? Wie ist es um die Betreuung seitens der Hochschule bestellt und auf welchem Wege werden die Studienunterlagen bereitgestellt? Lernt man eigentlich seine Kommilitonen kennen? Wie und wo werden die Prüfungen abgelegt?

Ich fahre viel Bahn und habe die Zeit in der Bahn der Lektüre meiner Studienbriefe reserviert. Wenn man so eine besondere Zeit hat oder sich das einrichten kann, kann man das gut schaffen. Was fachliche oder organisatorische Fragen angeht, bekommt man von den Lehrstühlen und Prüfungsämtern schnell Antworten und ich konnte sogar Prüfleistungsanerkennungen und meine Namensänderung per Email machen. Als Studentin der Fakultät Wirtschaftswissenschaften bekomme ich die Studienbriefe, also die Skripte, am Anfang des Semesters per Post zugeschickt und kann mir auf der Homepage Einsendearbeiten herunterladen. Man muss eine Mindestzahl dieser Aufgaben bestehen, um an der Klausur teilnehmen zu dürfen. Das ist eine gute Qualitätskontrolle und im Wahlfach Unternehmensrecht hat mir der Bearbeiter sogar mal aufgeschrieben, dass ich bitte den Gutachtenstil bis zur Klausur unbedingt noch üben muss. Das hat mich zwar erstmal angekratzt, aber das finde ich jetzt inzwischen ziemlich gut. Das hätte in Hamburg keiner gemacht. Andere Fakultäten sind eher zum Onlinelehren übergegangen und machen weniger im Postverkehr. Moodle spielt da eine große Rolle.


Im Hauptstudium gibt es für die Klausuren meistens mindestens 3 Orte, zwischen denen man wählen kann. Da sind manchmal auch St. Petersburg oder Budapest dabei, weil wir auch KommilitonInnen im Ausland haben. Im Grundstudium sind mehr zur Auswahl, wie ich hörte, weil in den unteren Semestern einfach mehr Personen sind. Da es sich aber nur um einen Termin im Semester handelt und ich es bisher immer mit einem Besuch verbinden konnte, stört es mich nicht, dass ich die Klausur nie „zu Hause“ schreiben kann.

Es gibt ein großes und teilweise dezentrales Angebot an Zusatzveranstaltungen sowohl von der FernUni selbst, dem AStA und auch von anderen Anbietern, die sich dann auf die Module beziehen. Ich selber habe noch nie an einer Begleitveranstaltung teilgenommen. In den Regionalzentren, die über Deutschland verstreut sind, wird aber viel angeboten, was grade Einsteigern weiterhilft. Ich habe in meinem Regionalzentrum auch schon den einen oder anderen Smalltalk gehalten. Dass es diese Einrichtungen gibt und man sie schnell erreichen kann, finde ich gut. Ich finde auch gut, dass die Regionalzentren Veranstaltungen „on demand“ organisieren sollen. Ob das funktioniert, kann ich aber nicht beurteilen. Ich stelle mir das so vor, dass ein/e Kommiliton/e/in eher guckt, was im Angebot ist und wenn er oder sie nichts findet, was passt, ist das Thema bestimmt erledigt. Dass er oder sie eine Begleitveranstaltung einfordern kann, die auch bei ihm oder ihr auf dem platten Land durchgeführt werden kann, wenn die Teilnehmerzahl stimmt, wird bestimmt kaum genutzt. Da bin ich auf die Auswertung gespannt.

Man kann in den Einstellungen regeln, ob man seine Emailadresse anderen Kursteilnehmern zugänglich macht. Ich habe am Anfang der Semester schon oft Mails von KommilitonInnen bekommen, die in der gleichen Stadt wohnten, den gleichen Kurs belegt hatten und nach Lernpartnern fragten. Wer nicht gerne alleine lernt, sollte diese Einstellung also entsprechend wählen.

Wie hoch ist der durchschnittliche wöchentliche Zeitaufwand für das Studium? Bekommt man Freizeit, Familie und Freunde mit dem Fernstudium unter einen Hut?

Ich gebe ehrlich zu, dass es Wochen gibt, da lese ich keine Zeile für die Uni. Und dann andere, da lese ich jede freie Minute. Je nach Zeitplan. Der Lehrstuhl gibt zu den einzelnen Modulen bekannt, wie viele Stunden man einrechnen muss. Das ist eine gute Richtschnur. Da man bis auf wenige feste Termine (Einsendearbeit, Klausur) alles selbst einteilen kann, kommen die Familie und die Freunde nicht zu kurz.

Zum Schluss bitte wir Sie noch um ein Fazit: Würden Sie sich wieder für ein Fernstudium entscheiden? Und wieder an der FernUni Hagen?

Ja, ich würde wieder an die FernUni gehen und ich versuche mich grade zu entscheiden, ob ich als nächstes Politik und Organisation oder Jura studieren werde. Diese beiden Studiengänge interessieren mich sehr und wenn alle noch von lebenslangem Lernen sprechen, habe ich schon den Platz gefunden, wo ich das machen werde.

Frau Kleindienst, vielen Dank für die offenen Antworten und weiterhin viel Erfolg für Ihr Fernstudium sowie die Karriere!