Erfahrungsbericht: Fernstudium Logistikmanagement an der Euro-FH in Hamburg
| Name | Andreas Kiseljak |
| Alter | 31 |
| Aktuelle berufliche Station: | Ausbildung zum Kaufmann für Spedition u. Logistikdienstleistung (Airfreight Export) |
| Berufsbegleitender Studiengang: |
Fernstudium Bachelor Logistikmanagement |
| Berufsbegleitendes Studium seit: | 03/2009 |
| Berufsbegleitendes Studium bei: | Euro-FH Hamburg |
Sehr geehrter Herr Kiseljak, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Interview nehmen. Wie kamen Sie zu dem Entschluss, nach der Ausbildung noch ein Studium im Bereich Logistik aufzunehmen?
1995 habe ich die Hauptschule ohne den quallifizierenenden Hauptschulabschluss abgeschlossen. Leider hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt kein großes Interesse für eine höhere Schulbildung und suchte mir deshalb einen Ausbildungsplatz zum Siebdrucker. Diese Ausbildung schloss ich 1998 mit Erfolg ab. 1999 rief mich dann Vater Staat in die Pflicht. Ursprünglich wollte ich den Dienst an der Waffe verweigern, doch letztendlich würde es mir nicht schaden und so begann der Dienst im September 1999. Nach der Grundausbildung weckte der Dienst mein Interesse, so das ich mich für 4 Jahre in der Laufbahn der Mannschaften verpflichtete. Meine Aufgaben waren das Verwalten von Material (u.a. Waffen, Verbrauchsmaterial und Bettwäsche). Kaum drehte ich mich um, waren die fast vier Jahre auch schon rum und es musste eine Entscheidung her. In den alten Beruf konnte ich nicht mehr zurück, da vier Jahre doch schon viel in dieser Branche verändert haben. Eine berufliche Förderung nach vier Jahren brachte leider noch nicht viel. Also unterschrieb ich für weitere acht Jahre für die Laufbahn der Unteroffiziere mit Portopee (Feldwebel). Da mein Beruf als Siebdrucker nicht anerkannt wurde, steckte man mich in eine zivile Aus- und Weiterbildung zur Fachkraft für Lagerwirtschaft für 21 Monate. Somit war ich plötzlich in der Logistikschiene, ohne es gewollt zu haben. Nach bestandener Ausbildung kam der nächste Lehrgang zum Geprüften Fachkaufmann für Einkauf und Logistik. Dies war dann die Wende für mich und plötzlich begann ich zu realisieren, welche Möglichkeiten sich mir geöffnet haben. Schlagartig war der Bereich Logistik genau das, was mir Spaß macht. Jetzt kam der Zeitpunkt für mich wo ich mir Gedanken für die Zukunft gemacht habe: „Wenn ich die Möglichkeit hatte mit einem Hauptschulabschluss so viel zu erreichen, dann muss ich die Chance für ein Studium auch nutzen“. Dies war mit dem Fachkaufmann ohne eine weitere Prüfung möglich.
Ursprünglich war das Studium nach dem Ausscheiden aus dem Dienst als Vollzeitmaßnahme geplant. Dies habe ich einigen Kameraden erzählt und einer fragte mich dann, warum kein Fernstudium in Frage käme, da ich damit sofort beginnen könne ohne einen zeitlichen Verlust zu haben. So kam ich zu meinem Fernstudium.
Sie haben sich für ein Fernstudium an der Europäischen Fernhochschule (Euro-FH) in Hamburg entschieden. Wieso sollte es ein Fern- und kein Abendstudium sein?
Da ich in der Bundeswehr keine regelmäßigen Arbeitszeiten hatte, musste das Studium für mich flexibel sein. Daher kam entweder nur ein Fernstudium in Frage oder bis zum Ausscheiden aus der Bundeswehr warten und dann in eine Vollzeitmaßnahme zugehen, wo ich dann wertvolle Jahre zum Sammeln der Arbeitserfahrung verloren hätte.
Mit der Euro-FH haben Sie sich für einen der größeren Anbieter auf dem Markt entschieden. Was waren Ihre Gründe dafür?
Für die Euro-FH habe ich mich entschieden, weil der Logistikmanager neu eingeführt wurde und die Euro-FH diesen als einzige Hochschule angeboten hatte. Deshalb habe ich das dreimonatige Probestudium begonnen und direkt Gefallen daran gefunden.
Lassen Sie uns doch bitte in Ihr Fernstudium hineinblicken. Wie erhalten Sie Ihre Lernunterlagen? Läuft viel über Online-Plattformen? Wie ist die Betreuung? Gibt es Präsenzphasen? Überhaupt – wie ist so ein typischer Semesterverlauf?
Nach der Anmeldung erhält man innerhalb weniger Wochen ein Willkommenspaket. In diesem Paket sind die Immatrikulationsbescheinigung, der Studienausweis, ein Leitfaden und die ersten Module drin. Sinngemäß fängt man mit dem Leitfaden an, der eine genaue Gliederung des Studiums widerspiegelt und reichhaltige Tipps vergibt. Die ersten Module bestehen aus zwei Mappen mit je 6 Heften. Wobei das Modul „Wissenschaftliches Arbeiten“ nur aus drei Heften besteht. Nach dem Abschluss des ersten Moduls findet ein Seminar in Hamburg statt. Leider werden keine anderen Orte angeboten aber trotzdem finde ich es nicht schlecht. Die Seminarräume sind sehr gut und modern ausgestattet.
Nach jedem Heft gibt es eine Einsendeaufgabe, die via E-Mail über den Onlinecampus versendet werden kann. Ein Modul besteht aus mehreren Teilmodulen. Jedes Teilmodul wird mit einer Prüfungsarbeit von Zuhause erledigt und via E-Mail an den entsprechenden Dozenten versendet. Nach Bestehen aller Teilmodule muss das Modul mit einer Präsenzklausur abgeschlossen werden. Für die Präsenzklausur gibt es unterschiedliche Orte, deutschlandweit genauso wie europaweit. Zusätzlich gibt es einen Online-Campus, der seit einigen Tagen überarbeitet wurde. Hier können sich die Studenten untereinander sowie mit den Dozenten austauschen. Alle Module können hier auch als PDF-Datei oder sogar als mp3-Datei heruntergeladen werden.
Einen typischen Semesterverlauf gibt es nicht, da das Fernstudium keiner direkten Zeitlichen Begrenzung unterliegt. Es bestehen zwei Varianten:
Variante 1 ist ein so genanntes Vollzeitstudium (es bleibt weiterhin ein Fernstudium) das innerhalb von 3 Jahren abgeschlossen werden kann. Schafft man es in dieser Zeit nicht, kann es um ein weiteres Jahr kostenlos verlängert werden.
Variante 2 ist ein Teilzeitstudium, das in vier Jahren beendet werden kann. Sollte dies nicht langen, kann es um weitere zwei Jahre verlängert werden.
Der Unterschied sind lediglich die Kosten. Das Vollzeitstudium ist in der Summe günstiger, hat aber höhere monatliche Beitragskosten. Die zeitliche Gliederung steht jedem Studenten frei. So kann er dann zur Prüfung, wann er es möchte. Auch die Reihenfolge der Module spielt keine wesentliche Rolle. Ist es mal aufgrund der Arbeit nicht möglich weiterzustudieren, kann das Studium auch auf Eis gelegt werden. Das Gleiche gilt für die monatlichen Beiträge, ist es mal nicht möglich zu bezahlen, kann einfach ausgesetzt werden.
Was gefällt Ihnen am Logistikmanagement – Fernstudium an der Euro-FH in Hamburg gut? Und was sind die negativeren Aspekte?
Die Euro-FH ist sehr modern. Wenn man in den Seminarräumen ist, hat man das Gefühl, gut aufgehoben zu sein. Alle Dozenten sind stets freundlich und hilfsbereit. Negativ ist manchmal die Hilfestellung durch die Dozenten. Stellt man Fragen zu einem Thema, bei dem man nicht weiterkommt, kann man sich an den Dozenten wenden, doch die Antworten sind manchmal so knapp, das sie keine Hilfestellung bieten. Auch ist die Vorbereitung auf die Präsenzklausur schwer, da es keine Stoffabgrenzung gibt und entweder alles gelernt oder ein Risiko eingegangen werden muss.
Wie hoch ist denn im Schnitt der wöchentliche Zeitaufwand für das Fernstudium?
In der Regel lerne ich jeden Abend 1-3 Stunden, wo bei es auch Wochen gibt, in denen ich nichts lerne.
Man liest oft, dass in einem Fernstudium jeder für sich alleine lernt und man, anders als bei einem berufsbegleitenden Präsenzstudium, seine Mitstudenten nicht richtig kennt und keine Kontakte knüpfen kann. Was sagen Sie dazu?
Ja und Nein. Grundsätzlich ist das Knüpfen von Kontakten eher schwieriger. Man hat zwar ein Einführungsseminar in Hamburg. Dort werden von allen Teilnehmern die Kontaktdaten ausgetauscht. Des Weiteren hat man auf dem Online-Campus eine Chatfunktion und auch ein Adressbuch. Doch meistens lernt man alleine, da die Kommilitonen zu weit auseinander wohnen und Lerngemeinschaften daher keinen Sinn machen.
Bitte vervollständigen Sie zum Schluss diesen Satz: Man sollte ein Fernstudium beginnen, wenn…
… man sich 100%ig sicher ist, es auch beenden zu wollen.
Herr Kiseljak, wir danken vielmals für die netten und offenen Antworten und wünschen Ihnen für Karriere und Fernstudium weiterhin alles Gute!


