Unterschiede: Berufsbegleitendes Präsenzstudium/ Abendstudium/ Teilzeitstudium vs. Fernstudium/ Onlinestudium

Die Frage, ob ein berufsbegleitendes Studium als Präsenz- oder Fernstudium besser und zielführender ist, beschäftigt sehr wahrscheinlich jeden angehenden berufsbegleitenden Studierenden. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die Unterschied zwischen den beiden Studienvarianten (und die zahlreichen unterschiedlichen Bezeichnungen) und hoffen, damit bei einer Entscheidungsfindung zu helfen.

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Das bedeuten die verschiedenen Bezeichnungen:

Bezeichnungen Fernstudium / TeilzeitstudiumMeist wird von Studieninteressenten das Wort “Fernstudium” als Synonym für ein berufsbegleitendes Studium benutzt. Dies ist allerdings nicht ganz richtig, denn neben einem Studium aus der Ferne gibt es auch noch die Möglichkeit, ein nebenberufliches Studium mit vielen Präsenzanteilen zu belegen, z.B. als Abendstudium. In den vergangenen Jahren kamen zu diesen beiden recht bekannten Begriffen noch weitere hinzu. Wer ein Präsenzstudium absolvieren will, hat mittlerweile die Wahl zwischen einem Abend-, Wochenend- oder Teilzeitstudium. Und das Fernstudium konkurriert mit dem Onlinestudium. Oftmals gibt es aber Überschneidungen bei der Studienorganisation.

DIPLOMA

Nachfolgend haben wir die spezifischen Eigenschaften der Studienmodelle zusammengestellt.

Berufsbegleitendes Präsenzstudium – Die Varianten:

Berufsbegleitendes PräsenzstudiumWie der Name es schon verrät, muss man für Studiengänge in diesem Modell in der Hochschule präsent sein. Das bedeutet, dass ein überwiegender Teil der Lehrinhalte über Vorlesungen oder dialogische Seminare vermittelt wird. Besonders für Personen, die leichter lernen, wenn Sie gemeinsam mit anderen studieren und Rückfragen an die Lehrpersonen stellen können, eignet sich dieses Studienmodell. Trotz der Präsenzanteile gibt es, je nach Studiengang und/ oder Hochschule, teilweise auch einen geringeren Anteil von Selbstlernphasen. Es wird also nicht unbedingt alles persönlich vermittelt.

Unterschieden werden bei einem berufsbegleitenden Präsenzstudium drei Modelle:

Das Abendstudium

AbendstudiumDer Name ist bei den meisten Abendstudiengängen eigentlich nicht ganz richtig. Denn meistens sind Abendstudiengänge eine Kombination aus Lehrveranstaltungen in der Woche und am Wochenende.

Ein typischer Studienalltag im Abendstudium sieht z.B. so aus:
Dienstags und Donnerstags besucht man nach der Arbeit von 18:00 – 21:00 Uhr die Vorlesungen. Dazu kommen Veranstaltungen am Wochenende, zum Beispiel Samstags von 10:00 – 16:00 Uhr. Die Klausuren sind überwiegend schriftlicher Form und abends bzw. am Wochenende in der Hochschule zu schreiben. Dabei kann die Klausur eines Seminars auch schon mal unmittelbar nach Abschluss der jeweiligen Blockseminare erfolgen, so dass die Belastung zum Semesterende hin vermindert wird. Dazu kommen Hausarbeiten und Referate, die in der freien Zeit vorzubereiten sind.

Durch die relativ vielen Lehreinheiten kann das Abendstudium in recht kurzer Zeit absolviert werden. Nicht zu unterschätzen ist allerdings der zeitliche Aufwand.

Das Wochenendstudium

An sich unterscheidet sich das Wochenendstudium nur in geringem Maße von Abendstudium. Es kann aber durchaus sein, dass die Lehrveranstaltungen von Freitag bis Sonntag ganztägig stattfinden. Dann brauchen Sie entweder an dem jeweiligen Freitag Urlaub oder einen Arbeitgeber, der Ihnen passende Freiräume zur Weiterbildung einräumt.

Bei einem Wochenendstudium sind Sie auch nicht so sehr auf die Nähe zu Ihrem Arbeits- oder Wohnort angewiesen, da die Blockveranstaltungen meist nur 1x im Monat oder sogar nur alle zwei Monate stattfinden und sich dementsprechend auch größere Entfernungen einrichten lassen (z.B. durch Buchung eines Hotels vor Ort).

Das Teilzeitstudium

WochenendstudiumEin Teilzeitstudium wird vor allem an staatlichen Universitäten und Fachhochschulen angeboten. In manchen Bundesländern wurde die Einführung dieser gegenüber einem “normalen Vollzeitstudium” flexibleren Studienmodelle sogar per Hochschulgesetz forciert. Wer in Teilzeit studieren möchte, braucht a) eine Hochschule, die ihr Studienangebot entsprechend ausgerichtet hat und b) einen Grund, warum man auf diese Weise studieren muss. Das kann aber nicht nur eine Berufstätigkeit, sondern auch die Pflege von Angehörigen oder das Erziehen eines Kindes sein. Bei einem Teilzeitstudium wird dann auf Antrag die vorgesehene Studiendauer auf das Doppelte verlängert, so dass man dementsprechend nur noch die Hälfte der Vorlesungen besuchen muss. Der Vorteil dieser Variante: Es steht oft nahezu das gesamte Spektrum an Studiengängen einer Uni oder FH zur Verfügung.

Einen ausführlichen Überblick zu diesem Studienmodell gibt unser Artikel Teilzeitstudium – Alles, was man wissen muss.

Fernstudium:

verschiedene Fernstudium ModelleFür viele Berufstätige ist ein Fernstudium eine gute Alternative zum Präsenzstudium. Das gilt z.B. dann, wenn der Wohnort weit entfernt von potenziellen Hochschulen und Bildungseinrichtungen liegt oder wenn man entweder eingeschränkt mobil sein möchte oder aber sehr viel unterwegs ist, z.B. im Ausland.

Früher wurden für jegliche Lehrinhalte dicke Studienbücher per Post verschickt. Dies hat sich durch die zunehmenden Möglichkeiten des Internets verändert und führte sogar dazu, dass es neben dem bisher bekannten Modell “Fernstudium” seit einiger Zeit auch das Modell “Onlinestudium” gibt.

Fernstudium

Fernstudium UnterschiedBeim Studium an einer Fernhochschule erhält man, wie erwähnt, die Lernunterlagen sowie zum Teil auch Prüfungen gedruckt per Post. Die AKAD University formuliert es beispielsweise so: “Alles (..) wird Ihnen in regelmäßigen Abständen zugesandt. Das Studienmaterial ist so konzipiert, dass Sie Ihre Unterlagen unterwegs mitnehmen können.”

Diese Studienunterlagen muss man dann im Selbststudium durcharbeiten. Zusätzlich bieten manche Fernhochschulen begleitende Präsenzseminare an, die aber keine Pflicht sind. Zudem kann man sich online in einem internen Bereich mit anderen Studierenden austauschen. Hat man ein Themengebiet bearbeitet, kann man auf verschiedene Weise sein Wissen überprüfen, z.B. mit einem Online-Test, einer Online-Übung oder indem man Aufgaben im Heft löst. Diese werden dann von der Fernhochschule überprüft.

Generell wird ein Fernstudium meist zu Hause im Selbststudium absolviert. Der Studierende entscheidet dabei selbst, wann welche Lektionen gelernt werden. Somit ist durch das räumlich ungebundene Lernen eine sehr flexible Zeiteinteilung möglich. Manchmal gibt es allerdings, je nach Aufbau des Studiums, auch Präsenz-Zeiten an der jeweiligen Einrichtung bzw. dem dazugehörigen Studienzentrum. Sie dienen der Kontrolle des Lernfortschritts (= Ablegen von Prüfungen) und auch dem direkten Kontakt mit Tutoren und Mitstudenten.

Damit auch ansonsten der Kontakt und das Networking im Fernstudium nicht zu kurz kommen, gibt es oft die Möglichkeit, Lerngruppen online zu bilden, bei denen sich die Kommilitonen kennenlernen.

Onlinestudium

Ein Onlinestudium ist grob umrissen ein Fernstudium, welches auf die gedruckten Unterlagen verzichtet. Man erhält als Studierender einen Zugang zum Online-Campus und findet dort alle Lernmaterialien vor. Neben den schriftlichen Materialien gibt es Unterstützung durch Webinare (quasi Vorlesungen via Webcam) und Lern-Videos. Da auch die traditionellen Fernhochschulen schon einen Teil der Lehrinhalte über Online-Plattformen abwickelt, wird ein Onlinestudium in den nächsten Jahren sicherlich das klassische Fernstudium ablösen.

Einen ausführlichen Überblick zu diesem zukunftsträchtigen Studienmodell gibt unser Artikel Onlinestudium – Alles, was man wissen muss.

Fazit:

Egal, welche Variante man bevorzugt, die meisten berufsbegleitenden Studienangebote dauern, je nachdem, ob ein Diplom-, Bachelor-, Master- oder MBA-Studium absolviert wird, drei bis sechs Jahre. Ob man nun eher der Typ ist, der sich dadurch motivieren lässt, dass er zur persönlichen Präsenz und einem geregelten Lernablauf sanft gezwungen wird oder am liebsten frei von Ort und Zeit berufsbbegleitend aus Unterlagen lernt, muss jeder ehrlich für sich selbst entscheiden.

Was auf jeden Fall feststeht: Wenn man an einer staatlich anerkannten Einrichtung bzw. einen akkreditierten Studiengang studiert, erwirbt man sowohl bei einem Fernstudium als auch bei einem Präsenzstudium den gleichen akademischen Grad. Nur die Wege zum Ziel sind anders.

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