Was kostet ein Fernstudium?


Wer berufsbegleitend studiert, hat den Vorteil, weiterhin Einkommen zu beziehen. Für viele ist es daher keine Frage, ob das Studium überhaupt finanzierbar ist. Dennoch ist es ein zusätzlicher, oftmals nicht unerheblicher Faktor in der persönlichen Budgetplanung, und die Angebote der Bildungseinrichtungen können sich stark unterscheiden. Wenn Sie sich frühzeitig über alle anfallenden Kosten informieren, sind Sie auf der sicheren Seite.

Studiengebühren ermitteln
Eine feste Größe sind die Studien- bzw. Kursgebühren, die monatlich oder pro Semester anfallen. Deren Höhe allerdings kann beträchtlich schwanken, abhängig vom Kursformat, Dauer, Aufwand usw. So macht es einen Unterschied, ob die Bildungsmaßnahme ausschließlich online stattfindet oder es mehrere Präsenzphasen gibt, ob es sich um einen mehrwöchigen Kurs oder ein komplettes Bachelor-Studium handelt. Die Gebühren für das gesamte Fernstudium können wenige Hundert bis zu mehreren Tausend Euro betragen. Manche Anbieter führen die Kosten offensichtlich zusammen mit den Studien oder Kursinformationen auf, bei anderen muss man sich anmelden bzw. einloggen, um diese Informationen zu erhalten. In vielen Fällen gibt es auch eine (kostenfreie) Beratungshotline, die Sie für Anfragen nutzen können.

Auf Kostenfallen achten
Die Studiengebühren umfassen in der Regel auch die Lehrmaterialien und deren Versand, die Korrektur der eingesendeten Aufgaben sowie die Kursbetreuung, oftmals auch einige Zusatzangebote. Doch auch bei als „Komplettpaket“ umworbenen Leistungen können noch weitere Gebühren hinzukommen. So werden Prüfungen bei Aus- und Weiterbildungen meist gesondert behandelt und daher auch gesondert abgerechnet, zumal die Gebühren oft direkt an die prüfenden Instanzen zu entrichten sind (z. B. IHK). Sehen Sie sich Infomaterialien und Vertragsvordrucke genau an: Folgenreich kann z. B. auch die Frage sein, ob man das Fernstudium bei Bedarf abbrechen kann oder sich vertraglich verpflichtet, in jedem Fall die komplette Kursgebühr zu bezahlen.

Kostenlose Extras nutzen
Wenn Sie noch nicht sicher sind, ob das Bildungsangebot zu Ihren Zielen passt oder ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, können Sie sich auch erst einmal für ein Schnupperstudium entscheiden. Viele Institute, Fernhochschulen & Co. bieten Gratis-Infopakete mit Probelektionen an. Auch nach der Einschreibung winkt manches Bonbon: Manche Bildungseinrichtungen stellen ihren Studierenden z. B. kostenlos interaktive Lernsoftware zu ergänzenden Themen zur Verfügung. Dabei handelt es sich um keine Pflicht-Module, sondern Zusatzangebote, die z. B. das Erwerben von Soft Skills unterstützen sollen – etwa Gesprächs- und Verhandlungsführung. Solche Möglichkeiten sollte man nicht verschenken, bzw. es lohnt sich zu vergleichen, denn bei anderen Anbietern könnten diese Angebote kostenpflichtig sein. Ähnliches gilt beim möglichen Überziehen der Regelstudienzeit: Einige Fernstudiengänge können um z. B. drei Semester überzogen werden, ohne dass die Gesamtkursgebühr steigt, bei anderen fallen schon früher (oder erst später) zusätzliche Kosten an.


Alle Faktoren bedenken
Neben den Gebühren, die das Studium an sich erfordert, kommen noch einige Begleiterscheinungen hinzu, die mitunter übersehen werden. So sind meist noch weitere Materialien nötig ‒ von Fotokopien über Taschenrechner bis hin zu zusätzlicher Fachliteratur (v. a. bei akademischen Fernstudiengängen). Im Laufe der Zeit läppert sich das zusammen. Vielleicht möchten Sie einen Laptop oder hilfreiche Software erwerben, um flexibler arbeiten zu können. Bei Präsenzveranstaltungen und Prüfungen sind Anfahrt, Unterkunft und Verpflegung zu berücksichtigen, obendrein kann es ergänzende freiwillige Seminare geben, die Sie nicht verpassen wollen. Wenn wichtige Grundlagen fehlen, die Voraussetzung für das Studium sind, kann auch Nachhilfeunterricht erforderlich sein.

Die Lebenssituation berücksichtigen
Ein wesentlicher Faktor beim berufsbegleitenden Studium sind ggf. auch Ausfalltage im Betrieb. Wer für die Dauer des Studiums auf Teilzeitarbeit umsteigt oder unbezahlten Urlaub für z. B. Präsenzphasen nimmt, muss also den Verdienstausfall einkalkulieren. In Familien können zusätzliche Kinderbetreuungskosten anfallen, und so weiter. Ein umfassender Kostenplan kann helfen, den finanziellen Aufwand für das Fernstudium realistisch einzuschätzen und vor „bösen Überraschungen“ schützen. Informieren Sie sich beim Bildungsanbieter, möglichst aber auch bei z. B. Studierenden oder Absolventen. Auf diese Weise lässt sich der tatsächliche Materialbedarf am besten einschätzen.

Finanzierungsmöglichkeiten nutzen
Mitunter kostet ein berufsbegleitendes Studium so viel wie ein Kleinwagen. Auf der anderen Seite gibt es viele Möglichkeiten der Finanzierung bzw. Unterstützung. Für Präsenzphasen kann z. B. mitunter Bildungsurlaub beantragt werden ‒ mehr dazu in diesem Beitrag. Außerdem gibt es weitere Finanzierungsmöglichkeiten durch den Arbeitgeber, Stipendien, Studienkredite usw. Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie hier: Finanzierung berufsbegleitendes Studium / Fernstudium.