Erfahrungsbericht: Fernstudium Mechatronik an der Wilhelm Büchner Hochschule
| Name | Edward von Flottwell |
| Alter | 39 |
| Aktuelle berufliche Station: | Diplomand bei der Siemens AG |
| Berufsbegleitender Studiengang: |
Mechatronik (Diplom-Ingenieur)) |
| Berufsbegleitendes Studium seit: | 03/2004 |
| Berufsbegleitendes Studium bei: | Wilhelm Büchner Hochschule |
Sehr geehrter Herr von Flottwell, Sie schreiben gerade an Ihrer Diplomarbeit. Wie vereinbart man solch eine Arbeit mit dem normalen Job?
Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen die Diplomarbeit in Vollzeit zu schreiben. Bei meinem vorherigen Arbeitgeber wäre es eine große Herausforderung geworden ein gutes Diplomthema zu finden. Da kam mir ein angebotenes Thema aus der Schienenfahrzeugtechnik sehr gelegen. Um mich ganz auf die Arbeit konzentrieren zu können, habe ich bei meinem Arbeitgeber gekündigt.
Anfang 2004 haben Sie ein Fernstudium aufgenommen. Wie kamen Sie zu dem Entschluss?
Nachdem sich immer mehr zeigte, dass in der Branche, in der ich arbeitete, die Entwicklungsmöglichkeiten für mich beschränkt sind, habe ich mich auf die Suche nach Alternativen begeben. Schnell zeigte sich, dass ich nur mit einer besseren Qualifikation weiter komme. Neugier und etwas Übermut haben mich dann ein Mechatronik-Studium beginnen lassen.
War ein berufsbegleitendes Präsenzstudium eine Alternative für Sie?
Nein, das wäre kaum mit meiner damaligen beruflichen Situation zu vereinbaren gewesen. Ich habe bewusst nach einer möglichst flexiblen Alternative gesucht. Dazu kommt natürlich das Problem der räumlichen Nähe zu einer Präsenzhochschule, denn lange Anreisen zu Vorlesungen gehen von der verfügbaren Zeit ab.
Wie haben Sie sich über die verschiedenen Fernstudienangebote informiert? Was raten Sie anderen Interessenten?
Die Recherche führte mich zuerst ins Internet, neben den Seiten der Anbieter gibt es eine Reihe von Webseiten und Foren, die einen guten Überblick bieten. Da natürlich eine ganze Menge Fragen offenbleiben, von der Studienorganisation über die Kosten bis zu den Zugangsvoraussetzungen, habe ich bei drei Anbietern schriftliche Unterlagen angefordert und weitere Fragen mit der telefonischen Studienberatung besprochen. Anderen Interessenten würde ich empfehlen den Kontakt zu Fernstudenten zu suchen, beispielsweise in Foren.
Die Wilhelm Büchner Hochschule zählt auf dem Fernstudien-Markt zu einem der größeren Anbieter. Warum haben Sie sich für Ihr Studium dort entschlossen?
Ausschlaggebend war erst einmal das Studienfach, schließlich kommt das „Was“ vor dem „Wo“. Trotz der deutlich höheren Kosten gegenüber einem Studium an einer staatlichen Hochschule, zum Beispiel an der Fernuniversität Hagen, war es mir wichtig, dass die Präsenzphasen mehrmals im Jahr angeboten wurden. Ich wollte auf keinen Fall ein Semester verlieren, wenn ich berufsbedingt an dem einzigen Termin pro Semester verhindert war.
Es ist immer interessant, Einblicke in den Studienalltag an verschiedenen Fernhochschulen zu bekommen. Geben Sie uns doch bitte kurze Eindrücke der Wilhelm Büchner Hochschule: Wie werden die Lernunterlagen bereitgestellt? Wie ist die Qualität und Intensität der Betreuung? Gibt es Präsenzphasen? Überhaupt – wie ist so ein typischer Semesterverlauf?
Einen typischen Semesterverlauf, so wie in an einer Präsenzhochschule, mit festem Ablauf im Lehrplan, Klausuren und Semesterferien gibt es eigentlich nicht. Der Stoff, nicht die Zeit, ist in Semester aufgeteilt. Bewältigt man den Stoff und die Prüfungen schneller, so ist das Semester kürzer als sechs Monate – oder eben länger. Der Stoff wird größtenteils über Studienhefte vermittelt, die ich mit dem Studienfortschritt etwa alle drei Monate zugeschickt bekommen habe. Die Hochschule versucht die aufeinander aufbauenden Fächer in einer passenden Abfolge zu verschicken, die Reihenfolge, in der man den Stoff bearbeitet und die Prüfungen ablegt, ist aber freigestellt. So habe ich manche Fächer lieber erst gesammelt, um sie dann am Stück bearbeiten zu können. Pro Semester gibt es eine Präsenzphase, in der zwei bis drei Klausuren geschrieben werden. Ergänzend werden kostenpflichtige Repetitoren und Seminare zur Stoffvorbereitung und Vertiefung angeboten. Daneben gibt es im Hauptstudium noch obligatorische Laborveranstaltungen. Alle Präsenzphasen werden mehrmals pro Semester angeboten und man kann sich individuell zu einzelnen Klausuren anmelden, insgesamt ist das sehr flexibel. Neben den Klausuren gibt es Aufgaben, die zu Hause bearbeitet werden. So gibt Aufgaben zur Übung und Lernmotivation, die nicht zur Endnote beitragen und Aufgaben, die wie Klausuren benotet werden.
Alle organisatorischen Aspekte des Studiums werden online oder telefonisch mit der Hochschule geregelt, dabei sind die Gesprächspartner vor Ort sehr hilfsbereit und nett. Im Vergleich zu meinen Erfahrungen mit der öffentlichen Verwaltung an einer staatlichen Hochschule wird man nicht als Verwaltungsvorgang, sondern als Kunde behandelt. Was aber nicht bedeutet, dass man nicht genau so für seinen Erfolg arbeiten muss. Dabei hilft Betreuung durch Tutoren, die für alle Fragen zum Stoff zuständig sind und auch die Korrektur der eingeschickten Aufgaben übernehmen. Bei den Tutoren handelt es sich überwiegend um in der Lehre erfahrene Professoren von Präsenzhochschulen, Antworten auf Fragen habe ich meist innerhalb weniger Tage bekommen.
Verraten Sie uns doch bitte, was die positiven Aspekte Ihres Fernstudiums sind? Und was sind eher negativere?
Als positive Aspekte würde ich die Unabhängigkeit von Vorlesungsplänen, den Kontakt zu Kommilitonen, die ebenfalls fest im Berufsleben stehen und das tolle Gefühl, wenn man eine Klausur mit gutem Ergebnis geschafft hat.
Als negativen Aspekt kann ich den Spagat zwischen der Arbeit, Freizeit, sozialen Kontakten und Studium, was zu Spannungen führen kann, nennen.
Wie hoch ist denn im Schnitt der wöchentliche Zeitaufwand für das Studium an der Wilhelm Büchner Hochschule?
Gut 20 Stunden waren bei mir pro Woche der Durchschnitt. Die investierte Zeit schwankt natürlich immer etwas, in den Wochen vor Klausuren sind es bisweilen 35 bis 40 Stunden geworden. Wenn die Sonne lacht, nach einem langen Lernabschnitt oder zur Urlaubszeit schrumpft die Lernzeit deutlich zusammen. Zu der wöchentlichen Lernzeit muss man noch die Präsenzphasen für Klausuren und Repetitoren und die Reisezeit rechnen, im Schnitt sind das pro Semester fünf Tage.
Bitte vervollständigen Sie zum Schluss diesen Satz: Man sollte ein Fernstudium beginnen, wenn …
… man neugierig ist, beruflich weiterkommen möchte und bereit ist dafür Zeit zu investieren.
Herr von Flottwell, wir danken für dieses Interview und wünschen auch weiterhin viel Erfolg im Job und bei der Diplomarbeit.

