Erfahrungsbericht: BWL Fernstudium an der HFH (Hamburger Fern-Hochschule)


Name Claudia Arweiler
Alter
Aktuelle berufliche Station: Firmenkundenberaterin
Berufsbegleitender Studiengang: Betriebswirtschaftslehre (Diplom)
Berufsbegleitendes Studium seit: 07/2005
Berufsbegleitendes Studium bei: Hamburger Fern-Hochschule (HFH)



Sehr geehrte Frau Arweiler, Sie haben neun Jahre nach dem Ende Ihrer Ausbildung ein berufsbegleitendes Studium begonnen. Wie kam es zu diesem Entschluss?

Ich wollte mich sowohl persönlich als auch beruflich weiterentwickeln. Außerdem lerne ich gerne Neues. Alles in allem ist das Studium eine gute Möglichkeit, neue Ideen, Sichtweisen und Anregungen zu bekommen.

Sie haben sich für ein Fernstudium entschieden. War ein berufsbegleitendes Präsenzstudium für Sie eine Alternative? Und warum wurde es das Fernstudium?

Es war zu Beginn eine Alternative. Doch ein Präsenzstudium bedeutet, den Beruf und damit den gewohnten Lebensstandard aufzugeben. So habe ich mich dann für ein Fernstudium entschieden. Dies bringt allerdings auch einige Einschränkungen mit sich, vor allem hinsichtlich der Freizeitgestaltung. Für die besseren beruflichen Perspektiven nach dem Abschluss nehme ich das allerdings gerne in Kauf.

Haben Sie sich vor Studienbeginn gefragt, ob ein Fernstudium das Richtige für Sie ist? Ob Sie es bis zum Abschluss durchziehen werden? Und was sagen Sie jetzt, so kurz vor Ende Ihres Studiums?

Man beginnt ein solches Studium sicherlich nicht, wenn man es nicht auch abschließen möchte. Allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass das Studium so aufwändig ist. Im Verlauf des Studiums habe ich dann auch mehrmals daran gezweifelt, ob ich es schaffen kann. Nicht so sehr wegen der Schwierigkeit der einzelnen Fächer, sondern vielmehr aufgrund der Fülle der Themen und des Stoffes, den man pro Klausur beherrschen muss.
Mit der Zeit fällt das Lernen dann leichter, und ich habe mein Lernsystem gefunden. Mittlerweile bin ich recht sicher, dass ich mein Studium erfolgreich abschließen werde, wenn auch nicht in der Regelstudienzeit. Ich konnte allerdings auch beobachten, dass die Mehrheit der Kommilitonen, die mit mir angefangen haben, irgendwann mittendrin aufgehört haben.

Wie haben Sie sich vor dem Studienbeginn über die verschiedenen Studienmöglichkeiten informiert? Können Sie anderen Interessenten Tipps geben, was man unbedingt beachten sollte?

Ich habe mir zunächst einen Überblick darüber verschafft, welche Möglichkeiten der Weiterbildung es für mich gibt. Dann habe ich Informationsmaterial über die verschiedenen Angebote eingeholt und diese nach für mich wichtigen Kriterien sortiert: vermittelter Stoff, Abschluss, Dauer und Kosten der Weiterbildung. Auch habe ich mit Freunden und Kollegen die verschiedenen Möglichkeiten und deren Vor- und Nachteile diskutiert.

Man sollte sich im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass man sein Leben in einigen Bereichen umstellen muss, wenn man das Studium schaffen will. Auch sollte man sich vorher überlegen, welches Ziel man mit dem Studium erreichen will und ob dieses Ziel reizvoll genug ist, um mehrere Jahre Einschränkungen hinzunehmen.

Sie haben im Jahre 2005 Ihr Studium an der Hamburger Fern-Hochschule begonnen. Wieso haben Sie sich für die HFH entschieden?


Einerseits bietet die HFH mit dem Titel „Diplom-Kauffrau (FH)“ einen sehr hochwertigen Abschluss an. Andererseits ist die Dauer mit 8 Semestern Regelstudienzeit überschaubar. Der angebotene Studienschwerpunkt „Gesundheitsmanagement“ ist interessant für mich: Mit dem BWL-Studium erhalte ich eine breiter einsetzbare Ausbildung. Durch die Wahl des Studienschwerpunktes kann ich dann an meine Ausbildung und meine Berufserfahrung anknüpfen.

Für unsere Leser ist es interessant zu lesen, wie das Studium an den verschiedenen Institutionen abläuft. Können Sie uns ein wenig über die Studienatmosphäre, die Mitstudenten (lernt man die überhaupt kennen?) sowie Professoren und die Betreuung berichten?

Eine bestimmte Studienatmosphäre kann ich nicht beschreiben, da das Studium hauptsächlich zu Hause stattfindet.
In den regelmäßig stattfindenden Präsenzphasen lernt man einige Mitstudenten kennen. Da diese Präsenzphasen jedoch nicht verpflichtend sind, sind darüber hinaus in jeder Klausur auch unbekannte Studenten anwesend.

Die Professoren (Autoren der Studienbriefe und Klausuren) lernt man nicht kennen. Die Präsenzphasen werden von Dozenten geleitet, die sich in ihren jeweiligen Fächern gut auskennen. Da in der Regel nur wenige Studenten anwesend sind, ist die Lernatmosphäre dort sehr persönlich. Die Dozenten gehen auf die Probleme und Fragen der Studenten ein. Jedoch ist nicht genug Zeit, um alle Inhalte ausführlich durchzusprechen.
Es besteht aber die Möglichkeit, außerhalb der Präsenzphasen Fragen per E-Mail an die Studienberatung zu richten.

Verraten Sie uns doch bitte, was die positiven Aspekte Ihres Fernstudiums sind? Und was sind eher negativere?

Negativ sind die mangelnden persönlichen Kontakte zu Mitstudenten und Professoren. Präsenzstudenten können einfach die Mitstudenten fragen, wenn während der Vorlesung etwas unklar war. Wenn im Studienbrief etwas nicht klar ist, versucht man in der Regel zunächst selbst, das Problem zu lösen. Ist dies nicht möglich, bleibt nur das Warten auf die Präsenzphasen oder die Anfrage an die Studienfachberatung per E-Mail.
Wenn für die Präsenzstudenten das Studium der „Hauptjob“ ist, ist es für die Fernstudenten vor allem ein zeitaufwändiges Hobby. Nach einem stressigen Arbeitstag ist es nicht immer einfach, noch die Studienbriefe zur Hand zu nehmen.

Das bedeutet allerdings auch, dass man einige Dinge lernt, die nicht Studieninhalt sind: Selbstdisziplin, sich selbst organisieren und motivieren, den Lernstoff strukturieren, Probleme selbstständig lösen, Sachverhalte selbstständig erarbeiten und Themen recherchieren. Zu den positiven Aspekten gehören für mich auch das zunehmende Verständnis von Problemen, der „Blick über den Tellerrand“ und auch die Fähigkeit, Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten zu können.

Wie hoch ist denn im Schnitt der wöchentliche Zeitaufwand für das Studium an der HFH? Und wie sieht es dementsprechend mit der Vereinbarkeit einerseits von Job & Studium und andererseits von Studium & Freizeit/Familie aus?

Die HFH gibt 15 Stunden/Woche an. Nach meiner Erfahrung variiert der Aufwand stark: Vor Klausuren ist der Aufwand selbstverständlich höher. Dann gibt es auch Unterschiede zwischen den einzelnen Fächern, je nach Vorkenntnissen, Begabung und Interesse.

Es hat sich im Laufe des Studiums gezeigt, dass es tatsächlich sinnvoll ist, regelmäßig zu lernen. 10-15 Stunden pro Woche, vor Klausuren sollte man auch schon mal 20-25 Stunden einkalkulieren.
Es besteht allerdings die Möglichkeit, den zeitlichen Aufwand zu reduzieren, indem man die Anzahl der Klausuren pro Semester reduziert. Dies führt allerdings zu einer Verlängerung des Studiums.
Damit kommen wir zur Vereinbarkeit von Studium – Job – Privatleben: Es ist, vor allem zu Beginn, nicht immer einfach, allem gerecht zu werden. Am meisten leidet das Privatleben. Vor allem die kleinen, spontanen Dinge (wie z. B. bei schönem Wetter nach Feierabend noch eine Stunde ins Schwimmbad fahren, sich abends noch mal mit Freunden treffen oder ähnliches).

Bitte vervollständigen Sie zum Schluss diesen Satz: Man sollte ein Fernstudium beginnen, wenn …

… man sich sicher ist, für einen längeren Zeitraum eine Menge Zeit und Energie für das Studium aufbringen zu können bzw. zu wollen. Auch sollte man Spaß daran haben, Neues zu lernen und auch Neugier ist von Vorteil.

Liebe Frau Arweiler, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein paar Antworten genommen haben und weiterhin viel Erfolg bei Ihrem Fernstudium.